Pochettino plant sich in den usa für den thron von real madrid
Florentino Pérez hat schon wieder den Rotstift angesetzt. Nach dem Pokal-Aus bei Albacete und dem Achtelfinal-Coup gegen Manchester City tickt die Uhr für Álvaro Arbeloa – und der Name, der in Madrid durchsgeistert, ist nicht Zidane, nicht Raul, sondern Mauricio Pochettino.
Der argentinier, der mbappé einst zum doppelpack führte
Der Ex-PSG-Coach genießt in Valdebebas Kultstatus. Nicht wegen der Meisterschaft mit Paris, sondern wegen eines Gesprächs im Oktober 2022, in dem er Pérez persönlich erklärte, wie er Mbappé in einen „Raumdeuter mit Ballast“ verwandeln würde. Drei Titel folgten, und jetzt, da der Weltmeister bei Real seine ersten Krisen schiebt, glauben die Blancos fest daran, dass Pochettino den Franzosen wieder aufstellt.
Arbeloa war von Anfang an nur Brandschutz. Der 43-Jährige übernahm im Januar die Mannschaft mit dem Auftrag, das Bett vor dem Sommer zu frischen, nicht mehr. Sein Punkteschnitt von 2,25 liegt unter dem von Xabi Alonso (2,37), der im Winter flog, weil er Barça vier Zähler vor die Spiegel fuhr. Die Zahlen sind laut, aber das Protokoll lauter: 34 Pflichtspiele unter Alonso, 17 unter Arbeloa – und trotzdem schon wieder Kurzarbeit.

Us-soccer als sprungbreter
Pochettino sitzt derzeit auf der Bank des US-Nationalteams, Vertrag bis Juli. Die Heim-WM 2026 ist sein Saisonziel, doch intern gilt: Sobald das Turnier endet, darf er sich freikaufen. Keine Klausel, nur Handschlag – typisch USSF, typisch Pérez. Der Coach kennt die europäische Druckküche, er kennt Mbappé, und er kennt den Weg aus der Krise: Bei Tottenham riss er 2019 das Finale der Champions League, nachdem er die Spurs zuvor jahrelang gegen ihre Glasdecke geköpft hatte.
London schielt ebenfalls. Tottenham liegt im freien Fall, Ange Postecoglou wackelt, und die Fans singen Pochettinos Namen. Doch der Argentinier hat intern durchsickern lassen: Spanien zieht stärker. Das Gehalt bei Real würde das Doppelte des FA-Budgets bei Tottenham ergeben, und das Projekt Mbappé-Benzema-Jude ist sexier als Heimspiele gegen Sheffield United.
Real Madrid wird im Sommer nicht nur den Trainer wechseln, sondern auch das Gesicht. Pérez plant die nächste Galáctico-Welle, und sie braucht einen Architekten, der schon mal ein Universum aus Messi, Neymar und Mbappé gezähmt hat. Pochettino lachte jüngst der BBC ins Ohr: „Ich vermisse die Premier League, aber Madrid ist ein Magnet.“ Der Magnet zieht gerade – und Arbeloa spürt bereits, wie sich die Bank unter ihm anfühlt wie ein Aufzug, der nur nach unten fährt.
