Perugia wankt auf, dreht auf und schlägt monza: play-off-favorit erwacht nach satz eins

Ein Satz lang sah die Serie A-Siegeranwärter wie ein verunsichertes U20-Team aus. Dann schalteten Gianluca Galassi und seine Block-Abteilung den Turbo, Oleksandr Semeniuk und Wassim Ben Tara knallten jeden Ball halb nach Rom, und plötzlich stand 3:1 für Sir Safety Susa Casa Perugia.

Der 21:25-Auftakt gegen Vero Volley Monza war mehr als ein Warnschuss – er war ein Weckruf. Coach Angelo Lorenzetti wechselte früh, brachte Roberto Russo und den argentinischen Wandspringer Sebastián Solé. Das Duo schoss sofort fünf Blocks in Serie, zog die Abwehr der Gäste auseinander und ebnete den Weg für 75 weitere Punkte bei nur 53 Gegenpunkten in den folgenden drei Sätzen.

Frascio glänzt, aber perugia hat den längeren atem

Monzas 19-jähriger Diagonalangreifer Francesco Frascio zeigte, warum ihn die Scouts der ganz großen Clubs im Blick haben: 19 Punkte, 62 % Angriffsquote, ein Aufschlag, der selbst libero Massimo Colaci ins Schwitzen brachte. Doch wie so oft in der Post-Season zählt nicht der Start, sondern die Antwort. Perugia fand sie im zweiten Satz mit einem 8:2-Lauf, Russo servierte zwei Asse hintereinander, Semeniuk tankte sich von Zone 4 aus durch die Mittelblocker.

Die Statistik am Ende des dritten Satzes war gnadenlos: 14 Winner im Angriff, 8 Blocks, 4 Asse – nur 7 direkte Fehler. Monza dagegen brach in der Annahme ein, Stephen Maar und Paulo Vinícius kamen nicht mehr ans Netz, die 6 Blöcke von Yacine Louati und Marco Gaggini reichten plötzlich nicht mehr.

Mauro Giustozzi, der Sportdirektor der Umbrier, atmete tief durch. „Wir haben den ersten Satz verschenkt, weil wir zu sehr mit uns beschäftigt waren. Danach haben die Jungs gezeigt, warum sie die Supercoppa gewonnen haben – Mentalität und Tiefe des Kaders.“

Sole und russo bauen eine mauer, die monza nicht mehr überwindet

Sole und russo bauen eine mauer, die monza nicht mehr überwindet

Die Zahlen sprechen Bände: 12 Blocks in den Sätzen zwei bis vier nach nur zwei im ersten. Solé stand 18 Mal am Netz, gewann 14 dieser Duelle – ein Plus von +9 gegenüber seinem Gegenspieler. Russo addierte drei Stuffblocks und zwei direkte Punkte am Aufschlag. „Wenn wir so blocken, fühlt sich der Gegner an, als spiele er gegen sieben Feldspieler“, sagte Solé nach dem Match und lachte. „Dann braucht Semeniuk nur noch den Ball runterzuhauen.“

Ukrajinas Nationaldiagonal traf den Platz 21 Mal bei 48 Versuchen – 44 % Erfolg, dazu zwei Asse und nur ein Fehler. Ben Tara steuerte 17 Punkte bei 60 % Effizienz bei. Gemeinsam erzielten sie mehr Winner (38) als Monzas gesamte Mannschaft (34).

Die Serie steht 1:0, doch in der Play-off-Statistik führt Perugia nun 11:0 in den letzten zwölf Viertelfinals – ein Trend, der auch psychologisch nachhaltig wirkt. Monza muss am Freitag in der PalaIper reagieren, sonst droht das 0:2 vor eigenem Publikum. Trainer Fabio Soli klang angeschlagen: „Wir haben eine Top-Performance gebracht, aber nur 75 Minuten. Gegen Perugia reicht das nicht.“

Die nächste Runde ist längst terminiert: Trentino empfängt Lube Civitanova, Verna fordert Milano, Modena trifft auf Piacenza. Doch alle Augen bleiben auf Perugia gerichtet – denn wenn die Diesel-Maschine einmal läuft, findet sie selten mehr den Rückwärtsgang.