Yamal schießt barça zum sieg: 18-jähriger hält madrid in schach
Ein einziger Schlenzer, und die Tabellenführung bleibt blau-grau. Lamine Yamal, gerade mal 18, jagt den Ball in der 68. Minute ins Eck von San Mamés – Barça gewinnt 1:0 in Bilbao und behält vier Punkte Vorsprung vor Real Madrid.
Der eingewechselte pedri legt auf, yamal trifft
Hansi Flick hatte nach dem Pokal-Desaster drei Tage lang Trainingsgelände und Kabine dicht gemacht, die Spieler durften nur mit Sonnenbrille hereingeführt werden – so lautet die interne Version. Was rauskam, war ein Start-XI ohne Spektakel, dafür mit Pedri auf der Bank. Der Plan: 60 Minen Pressing, dann ein Musiker, der die Linien spielt. In der 62. Minute geht Pedri, sieben Minuten später liegt der Ball im Netz. Yamal nimmt die Hereingabe mit dem Außenrist mit, der Schuss prallt an der Unterkante ein. Athletic-Keeper Agirrezabaga bleibt stehen wie ein Mann, der vergessen hat, warum er hier ist.
Die Statistik dazu: Yamal erzielt sein 14. Liga-Tor, kein Teenager in der Geschichte Spaniens kam in einer Saison schneller auf diese Zahl. Die Zahl 14 ist auch Programm: Barça hat nach 27 Spieltagen 67 Punkte, Real nach dem 2:1 in Vigo 63. Die Differenz ist kleiner als ein Clásico, größer als ein Selbstvertrauen.

Das pokal-loch klebt noch
Das 3:0 am Dienstag gegen Atlético half nur der Statistik. 0:4 im Hinspiel war zu tief, das Wunder blieb aus. Im Flugzeug zurück nach Barcelona saß Yamal mit Kopfhörern, starrte auf die Tabelle der Meisterschaft. „Die Liga ist unser Trophäenschrank“, sagte er später, „da lassen wir keinen zweiten Zapfenstreich zu.“
In Bilbao war das Spiel lange ein Schach ohne Damen. Athletic lief Hochpresse, Barça spielte sich selbst. Bis zur 68. Minute hatte Bilbao mehr Torschüsse (8) als Barça (7), aber xG liegt manchmal neben der Wahrheit. Yamals Tor war die erste nennenswerte Großchance des Auswärtsclubs – und die reichte.

Der könig kommt, aber später
Real Madrid spielte am Freitag in Vigo und gewann dank Valverdes Bogenlampe in der Nachspielzeit. Die Königlichen reisen am nächsten Wochenende ins Camp Nou. Ein Sieg dort und der Vorsprung schmilzt auf einen Punkt. Aber Barça hat die bessere Tordifferenz (+41 zu +32) und den Teenager, der gerade erst angefangen hat.
Flick sprach nach Abpfiff von „einer kleinen Meisterschaft in der Meisterschaft“. Er meinte die restlichen elf Spiele, aber jeder im Kabinentrakt weiß: Das nächste Duell zählt doppelt. Wer dann gewinnt, darf im Mai die Insel der Glücklichen betreten. Die andere Mannschaft bleibt auf dem Kontinent der Fragezeichen.
