Pérez: vom berg zum büro – ein leben für die leichtathletik

Jefferson Pérez, einst der unangefochtene König des Gehenkönigs, hat seine Laufschuhe gegen Anzug und Krawatte getauscht. Doch die Berge und die Leidenschaft für den Sport sind ihm geblieben. Der zweifache Olympiasieger und dreifache Weltmeister kehrt nun als Botschafter für Lateinamerika zum internationalen Gehenswettbewerb in Madrid zurück – ein würdiger Abschied von einer außergewöhnlichen Karriere.

Die bittersüße erinnerung an peking

Die Erinnerung an das Olympiajahr 2008 in Peking sitzt tief. Pérez, der in Atlanta 1996 Gold gewann, musste sich mit Silber zufrieden geben. „Es war ein Moment der großen Enttäuschung, aber auch der Akzeptanz“, blickt er zurück. „Die Emotionen waren überwältigend, und ich habe gesehen, wie meine Heimatstadt Cuenca vor dem Fernseher weinte.“ Ein junger Junge, Daniel Pintado, versprach seiner Mutter in diesem Moment, eines Tages selbst eine olympische Medaille zu gewinnen – ein Versprechen, das sich Jahre später erfüllte.

Eine besondere verbindung: pérez und pintado

Eine besondere verbindung: pérez und pintado

Die Geschichte von Daniel Pintado ist eng mit der von Jefferson Pérez verbunden. Pintado, der später selbst Gold über 20 Kilometer und Silber im Mixed-Staffelrennen gewann, erzählte Pérez vor seiner eigenen olympischen Premiere von dem Versprechen, das er seiner Mutter gegeben hatte. „Es war ein bewegender Moment“, erinnert sich Pérez. „Ich sagte ihm, er solle sich langsam erholen, damit er später schnell laufen kann.“ Pintado erlebte einen schweren Rückschlag durch eine Hüftoperation, doch Pérez glaubt fest daran, dass er bei den Olympischen Spielen in Los Angeles 2028 seine dritte Medaille gewinnen wird – und damit als erster ecuadorianischer Athlet diesen historischen Erfolg feiern kann.

Technologie und fairness: die zukunft des gehenkönigs

Technologie und fairness: die zukunft des gehenkönigs

Als Präsident des ecuadorianischen Leichtathletikverbandes setzt sich Pérez für die Weiterentwicklung des Gehennsports ein. Er plädiert für eine größere Objektivität, ähnlich wie im Fußball mit dem VAR. „Wir müssen sicherstellen, dass die Entscheidungen der Schiedsrichter transparenter und nachvollziehbarer sind“, betont er. Die Einführung von Technologie und künstlicher Intelligenz könnte dabei helfen, Fehlentscheidungen zu minimieren und das Vertrauen der Zuschauer zu stärken.

Dopingschatten und die erinnerung an armstrong

Der Schatten des Dopings liegt auch über dem Gehennsport. Pérez spricht offen über die Enttäuschung über den Fall von Lance Armstrong und die Frustration über die Strafe für Valeriy Borchin, der ihm in Peking 2008 das Gold knapp nehmen konnte. „Es ist wichtig, dass wir alles tun, um den Sport sauber zu halten und fair zu gestalten“, mahnt er. Die Solidarität mit ehemaligen Rivalen wie Paquillo Fernández, der selbst mit Doping in Verbindung gebracht wurde, zeigt seine Menschlichkeit und seinen Respekt vor dem Sport.

Am Sonntag wird Jefferson Pérez in Madrid erneut im Mittelpunkt stehen – ein Symbol für die Leidenschaft, den Kampfgeist und die unbändige Willenskraft, die den Gehennsport geprägt haben. Seine Anwesenheit ist ein Geschenk für die ecuadorianische Gemeinschaft und ein Beweis dafür, dass wahre Helden auch nach dem Ende ihrer sportlichen Karriere weiter inspirieren.