Pellizzari triumphiert in trentino – ein sieg für die liebe und erinnerung
Val Martello bebte gestern das Echo eines Urlaubs, das in einen Triumph mündete. Giulio Pellizzari, der junge Marchiger, sicherte sich nicht nur den Sieg in der zweiten Etappe des Tour of the Alps, sondern auch das Gelbe Trikot – ein Sieg, der weit über die sportliche Leistung hinausgeht und von tiefem persönlichem Verlust und unerschütterlicher Liebe geprägt ist.
Ein denkmal für stefano casagranda
Der Jubel nach dem Zielsprint war mehr als nur Erleichterung; es war ein Schrei der Erfüllung, ein Versprechen, das gehalten wurde. 203 Tage der Ungewissheit, 203 Tage des Wartens, endeten in einem Moment der puren Emotion. Pellizzari widmete seinen Sieg Stefano Casagranda, dem Vater seiner Freundin Andrea, der am 1. Oktober 2025 nach einem langen Kampf gegen eine schwere Krankheit verstarb. „Er war der Papa von Andrea, meiner Freundin“, erklärte Pellizzari bewegt, seine Stimme von Emotionen getragen.
Casagranda war nicht nur ein Vater, sondern auch eine Legende im regionalen Radsport. 1998 feierte er einen Etappensieg beim Giro del Trentino, eine Leistung, die Pellizzari als Ansporn diente. Die Ironie des Schicksals: Auch die heutige Etappe führt nach Arco, dem Austragungsort von Casagrandas Triumph vor fast drei Jahrzehnten. „Ich habe oft an ihn gedacht, wollte ihm diesen Sieg widmen“, so Pellizzari, der in dem Zufall eine besondere Bedeutung sieht.
David Evangelista, ein enger Freund von Casagranda und Funktionär im Rennverein Velo Club Borgo Valsugana, würdigte das Andenken des Verstorbenen: „Stefano war mehr als nur der Vater seiner Tochter; er war ein Freund des Rennsports, eine treibende Kraft hinter der Coppa d’Oro.“ Eine angemessene Hommage ist für die dritte Etappe geplant.

Gelbes trikot und neue ziele
Neben der emotionalen Bedeutung hat Pellizzaris Sieg auch sportliche Konsequenzen. Er übernahm die Führung in der Gesamtwertung, allerdings nur knapp vor dem niederländischen Fahrer Thymen Arensman, der lediglich vier Sekunden hinter ihm liegt. Der Kampf um das Gelbe Trikot ist damit noch lange nicht entschieden.
„Diese Etappe ist etwas Besonderes für mich, sie katapultiert mich nach vorne“, betonte Pellizzari. Während er in der Tirreno-Adriatico bereits glänzte, fehlte ihm damals der entscheidende Sieg. Jetzt ist er da, die Mentalität des Gewinners scheint endlich verinnerlicht. „Ich arbeite daran, und jetzt scheint alles seinen Platz gefunden zu haben“, erklärte er entschlossen.
Während Pellizzari nun die Verteidigung des Gelben Trikots in Angriff nimmt, darf man sich fragen, ob Stefano Casagranda, irgendwo hoch oben in den Dolomiten, nicht mit einem Lächeln auf den Lippen zusieht. Eine Geschichte von Verlust, Liebe und dem unbändigen Willen zum Sieg – ein Moment, der den Radsport in seiner reinsten Form zelebriert.
