Pellizzari springt morgen ins meer – sanremo-debüt mit 22
Der 22-jährige Italiener Giulio Pellizzari tritt morgen in Milano-Sanremo zum ersten Mal an – und das gleich als Co-Kapitän der Red Bull-Bora-Hansgrohe. Nach Tirreno-Adriatico (3.) und Milano-Torino (4.) ist das Rennen seine dritte Generalprobe vor dem Giro, wo er 2023 auf Rang sechs fuhr.

Roglic und pithie liefern schutz, pellizzari liefert den sprint
Teamchef Ralph Denk vertraut neben dem Slowenen Primoz Roglic erstmals auch dem Neuseeländer Josh Pithie, um den Marken-Talenton den letzten Berg bei San Remo zu schützen. Die Cipressa wird Pellizzaris Prüfstand: 5,6 % Steigung, 22 km bis Ziel, 71 km/h Spitze im Peloton. Wer dort mitgeht, darf träumen.
Hinten arbeitet die Geschäftsführung schon am nächsten Coup: Das bestehende Vertragsbindung bis 2028 soll um zwei Jahre verlängert werden. Eine Ablösesumme von rund vier Millionen Euro liegt auf dem Tisch – ein Preis, der für einen Fahrer ohne Monument-Sieg fast schon als Wette auf die Zukunft gilt.
Die Zahlen sprechen aber für sich: 21 Profisiege in der U23, zwei Podestplätze in WorldTour-Eintagesrennen innerhalb von vier Wochen, ein Alter, in dem Egan Bernal und Tadej Pogacar schon die Tour dominierten. Pellizzaris Vater Sandro, selbst ehemaliger Amateurfahrer, pendelt zwischen der Heimat in der Marken und der Rennwelt – und schickt vor jedem Start dieselbe Sprachnachricht: «Ricorda, il primo a respirare è il primo a perdere.»
Morgen um 9:35 Uhr rollt das Feld in der Via della Chiesa Rossa los. 298 km später, auf der Via Roma, wissen wir, ob Pellizzari der neue italienische Held wird – oder ob die Ligurische Riviera erneut einen niederländischen Hurra-Sieg schreibt. Eins ist klar: Wer 2030 noch mit ihm fährt, zahlt heute schon einen Zuschläg.
