Pedersen: steile formkurve weist auf roubaix-podestplatz hin!
Mads Pedersen, der nach einem verhängnisvollen Saisonstart mit gebrochenem Handgelenk und Schlüsselbein überraschend stark zurückkehrt, könnte bei Paris-Roubaix 2026 eine Schlüsselrolle spielen. Eurosport-Experte Jens Voigt sieht in der beeindruckenden Formkurve des Dänen das Potenzial für einen weiteren Podestplatz in der „Hölle des Nordens“.
Ein holpriger saisonstart und ein überraschendes comeback
Der Saisonstart für Pedersen gestaltete sich denkbar ungünstig. Ein Sturz in seinem ersten Rennen führte zu Brüchen im linken Handgelenk und rechten Schlüsselbein – ein herber Rückschlag, der seine Vorbereitung auf die Klassiker-Saison erheblich beeinträchtigte. Doch der 30-Jährige ließ sich nicht entmutigen und präsentierte sich mit bemerkenswerten Leistungen zurück auf der internationalen Bühne. Diese Entwicklung hat den ehemaligen Tour-Etappensieger Voigt beeindruckt.
Bei der Flandern-Rundfahrt, wo er letztendlich als Fünfter über die Ziellinie kam, bewies Pedersen seine Widerstandsfähigkeit. „Es spielt keine Rolle, ob es knapp ist oder wie knapp es ist. Wenn du nicht dranbleibst, bleibst du nicht dran – und ich bin nicht dran geblieben“, analysierte Pedersen nüchtern seine Leistung. Tadej Pogacar, der letztliche Sieger, setzte einen entscheidenden Angriff, der Pedersen aus dem Kampf um den Sieg warf. Die Verletzungen nagten zwar noch, doch der Däne zeigte Kampfgeist.
„Ich schlage immer noch Fahrer, die in Topform sind und keine Verletzungen hatten“, betonte Pedersen, der sich damit zeigte, dass er trotz der Widrigkeiten zu den stärksten Fahrern der Rundfahrt gehört. Die Tatsache, dass er eine Minute und 40 Sekunden vor dem Sechstplatzierten Florian Vermeersch ins Ziel kam, unterstreicht seine starke Leistung.

Voigts prognose: pedersen im kampf um platz drei
Nach seiner Verletzung wurde zunächst erwartet, dass Pedersen frühestens bei der Flandern-Rundfahrt wieder voll einsatzfähig sein würde. Sein überraschend frühes Comeback bei Mailand-Sanremo, wo er auf dem vierten Platz landete, war ein klares Zeichen seiner Form. „So war es eine ganz andere Herangehensweise an die Klassiker-Saison“, räumte Pedersen ein. Die Frage ist nun, ob diese Herangehensweise ausreicht, um bei Paris-Roubaix erfolgreich zu sein.
Jens Voigt, der zweimalige Tour-Etappensieger, ist von Pedersens Potenzial überzeugt: „Mads hat eine unglaublich steile Formkurve.“ Er lobte die Kampfqualitäten des Lidl-Stars, der sich trotz schwieriger Wetterbedingungen unermüdlich durch das Rennen kämpfte. „Wenn Mads Pedersen mit den wenigen fehlenden Prozenten Fünfter wird, bin ich davon überzeugt, dass er hinter den beiden Superstars Pogacar und van der Poel garantiert um Platz drei fahren wird“, prognostizierte Voigt.
Die Erfahrung spielt ebenfalls eine Rolle: Pedersen erreichte in den letzten drei Austragungen von Paris-Roubaix die Plätze vier, drei und drei. Doch die „Hölle des Nordens“ ist unberechenbar. „Roubaix ist Roubaix“, mahnte Voigt. „Da kann es immer Drama geben, egal ob Sturz oder Defekt.“ Sogar Pogacar erlitt im letzten Jahr einen Sturz, obwohl er fast allein an der Spitze fuhr.
Pedersen selbst weiß, wie schnell ein solches Unglück den Rennverlauf beeinflussen kann. Ein Defekt hatte ihn im Vorjahr während eines Angriffs von Pogacar zurückgeworfen, obwohl er sich letztendlich noch auf den dritten Platz kämpfte. Ob ohne dieses Problem ein noch größerer Coup möglich gewesen wäre? Die Antwort liegt im Nebel der kommenden Sonntag, aber eines ist klar: „Unvorhersehbares Drama kann am Sonntag eine große Rolle spielen“, so Voigt, „und plötzlich fahren Pedersen, van Aert und Filippo Ganna um Platz eins oder zwei, wenn die beiden Superstars nicht den perfekten Tag haben.“
