Pavlovic zittert: bayerns zwängen drohen ihn jetzt auch die hüfte
Die Nominierung ist unterschrieben, die Reise steht dennoch auf der Kippe. Aleksandar Pavlovic, 22, Mittelfeld-Drahtzieher des FC Bayern und Nagelmanns neuer Sechser-Hoffnung, spielt seit Tagen mit Schmerztabletten. Die Hüfte pocht. Der Klub zögert. Und die Nationalmannschaft wartet.
Freund spricht von „risiko“ – pavlovic soll ruhen
„Wir werden das besprechen“, sagte Christoph Freund nach dem 4:0 gegen Union Berlin. Die Formulierung klang harmlos, gemeint war: Wir ziehen ihn lieber zurück, bevor er sich fürchtet. Der Sportdirektor: „Er hat sehr viel gespielt in letzter Zeit und heute über Beschwerden geklamt. Es wäre für alle Beteiligten schlecht, wenn er etwas Schlimmeres davonträgt.“ Übersetzt: Ein Muskelfaserriss oder eine Entzündung der Hüftbeuger würde Bayern die Saison versauen und Pavlovic die EM-Tickets kosten.
Die Zahlen sprechen gegen einen Einsatz. 2.432 Minuten in 32 Pflichtspielen, davon 90 Minuten in acht der letzten neun Partien. Kein anderer Feldspieler der Bayern wurde so oft durchgeschleift. Die Belastungskurve zeigt einen steilen Anstieg seit Januar, als Kimmich und Laimer kurzfristig ausfielen. Pavlovic rückte vom Jugendspieler zum Stammkraft – und spürt nun die Rechnung seines Körpers.

Nagelsmann wartet, pavlovic zögert
Julian Nagelsmann hatte den Münchner U21-Europameister erstmals für die A-Nationalelf berufen. Basel gegen die Schweiz (27. März) und drei Tage später Ghana in Stuttgart – zwei Testspiele, die als Generalprobe für die WM-Quali dienen. Ohne Pavlovic verliert das DFB-Kollektiv aber seinen tiefsten Ballgewinner. Joshua Kimmich kann zwar zurückrutschen, doch dann fehlt es rechts an Durchschlagskraft. Leon Goretzka? Auch angeschlagen. Emre Can? Gelbgesperrt im Pokal, Form schwankend.
Pavlovic selbst schwieg nach dem Spiel. Er ließ sich in der Kabine behandeln, humpelte zur Dusche. Teamarzt Dr. Roland Schmidt-Bork will bis Montag eine Kernspintomographie auswerten. Ergebnis: Kein Einriss, aber ein ödematöser Reiz. Die Prognose lautet: zehn Tage Pause. Genau die Zeit, die zwischen der Nominierung und dem Abflug nach Basel liegt.
Bayern droht ein Domino. Wenn Pavlovic fällt, muss Vincent Kompany auf Konrad Laimer zurückgreifen – der Österreicher kam erst vor zwei Wochen aus dem Faserriss. Goretzka stemmte gestern 45 Minuten, schonte sich aber bei Laufsprints. Der Kader ist dünn gesät, die Meisterschaft eng. Nach der Länderspielpause folgt Dortmund, dann Arsenal im Viertelfinale. Ein verletzter Pavlovic wäre ein Luxusproblem, dennoch ein Problem.
Der DFB wartet ab, die Bayern beraten. Eine Entscheidung fällt am Montagabend. Pavlovic will, der Klub bremst. Die Hüfte entscheidet. Und wenn sie nicht mitspielt, bleibt der neue Sechser zu Hause – und die Nationalmannschaft muss wieder von vorne beginnen.
