Paunovic rechnet mit spanien ab: serbiens neuer bundestrainer packt aus

Veljko Paunovic sitzt nur 14 Tage nach seiner Entlassung in Oviedo schon wieder auf der Trainerbank – diesmal als Nationalcoach Serbiens. Der 46-Jährige liefert gegen Spanien den ersten Härtetest. Sein Fazit nach dem 0:3 in Gijon: „Wir haben gesehen, wo wir stehen.“

Die kurve kratzen statt kreuzen

Der Weg ins serbische Trainingscamp führte über die Abfertigung in Asturien. „Der Klub zieht die Reißleine, die Nation ruft – so schnell kann Fußball sein“, sagt Paunovic, der 2015 die U-20-WM gewann und nun die B-Elf der EM-Qualifikation aufräumen soll. Spanien war Plan B, nachdem Katar abgesagt hatte. „Wir brauchten einen Gegner, der uns vor der Nations League schrotet“, erklärt er. Deutschland, Niederlande, Griechenland warten im Juni.

Was er vorfand, war eine Truppe mit Katerstimmung. „Müdigkeit nach dem Scheitern, Angst vor dem nächsten Fehler“, beschreibt er die Lage. Seine Rezeptur: mehr Tempo in die Übung, mehr Mut in die Köpfe. Beispiel Luka Jovic: beim 4:0 in der Vorbereitung gegen AEK Athen traf der Stürmer doppelt – ein Treffer fiel per Penalty in der 105. Minute. „Er lächelt wieder, das ist kein Detail, das ist das Signal“, so Paunovic.

Cucurella statt krisengipfel

Cucurella statt krisengipfel

Als ehemaliger Atlético-Spieler schwärmt er von Luis de la Fuente. „Spanien dominiert mit und ohne Ball, wir können nur lernen.“ Wenn er dürfte, würde er Marc Cucurella oder Marcos Llorente sofort einbürgern. „Als Fan würde ich Pedri und Yamal mitnehmen, klar.“ Die Realität sieht anders aus: seine Außenverteidiger kamen gegen Nico Williams und Lamine Yamal nicht hinterher.

Ein Vergleich mit Kroatien zieht er trotzdem nicht. „Sie haben früher Diaspora-Talente abgerufen, wir versuchen es jetzt.“ Die FIFA-Weltmeisterschaft 2026 ist das Ziel. „Wir müssen unsere Authentizität finden, nicht kopieren.“

Seine größte Sorge ist nicht der Rasen, sondern der Krieg. Mit 17 flüchtete Paunovic aus der zerstörten Jugoslawien. „Dass Menschen 2026 noch in Bunker sitzen, mit all der Technik, mit all den kreativen Köpfen – das macht mich wütender als jedes Gegentor.“

Am Ende zählt nur der Blick nach vorn. „Wir haben 18 Monate, um wieder eine Nummer zu sein, die jeder im Lostopf fürchten würde.“ Spanien war der erste Schritt, Fehler sind erlaubt – nur Stillstand nicht. Der Countdown läuft.