Parisse kehrt heim: legende wird italienischer sturm-coach
Sergio Parisse zieht’s zurück nach Hause. Der vielleicht einflussreichste Nummer-Acht der Rugby-Geschichte verlässt RC Toulon und wird ab 1. Juli Assistent von Gonzalo Quesada – verantwortlich für die italienische Sturmformation und mit besonderem Fokus auf die Seitenaus-Linien.

Der 8 als schlüssel: parisse übernimmt das forwards-deck
142 Länderspiele, 15 Jahre als Azzurri-Kapitän, zwei Finals mit den Stade Français – Parisse hat die meisten Siege Italiens selbst eingefahren. Nun, mit 42, soll er die nächste Generation pushen. „Das Potenzial ist größer als in meiner Zeit“, sagt er. „Die Jungs haben Technik, Athletik und eine Arbeitsmoral, die mich neugierig macht.“
Quesada kennt den Zirkus: Gemeinsam holten sie 2007 den französischen Meister-Pokal. „Er war mein Kapitän, jetzt ist er mein Lehrling – nur die Rollen sind getauscht“, scherzt der Argentinier. Die FIR sucht parallel einen Spezialisten für die feste Schrum, damit Parisse sich voll auf die Lauf- und Sprungvarianten der dritten Linie konzentrieren kann.
Der Wechsel ist ein Signal. Nach fünf Jahren ohne Six-Nations-Sieg will Italien wieder ins Rampenlicht. Die Rekord-Niederlage gegen Schottland (7-52) im März brennt noch. Die Lösung: ein Idol, das selbst geprügelt wurde und trotzdem aufrichtet. „Wenn ich den Jungs beibringe, wie man mit 38 Jahren noch gegen die All Blacks abliefert, haben wir gewonnen“, lacht Parisse.
Der Countdown läuft: Noch 81 Tage bis Toulon ihn ziehen lässt. Dann steht er nicht mehr auf dem Feld, sondern neben ihm – mit Kaffee statt Kinesio-Tape. Die 8 bleibt, nur das Stadion wechselt. Und wenn beim Autumn Nations Cup ein italienischer Sturm das erste Mal eine morsche englische Schrum nach vorn bugsiert, wird genau da das neue Kapitel starten: Back H8me – und diesmal für immer.
