Paris zieht bilanz, kriechmayr knallt aufs podest – finale in kvitfjell liefert ein letztes drama
0,60 Sekunden fehlten Vincent Kriechmayr auf der Olympia-Bakken, um Dominik Paris die Krone zu entreißen. Der Oberösterreicher fuhr trotzdem als Gewinner vom Berg: Rang drei beim Saisonfinale, das dritte Podest in Serie – und die Gewissheit, dass er auch im Super-G von morgen wieder zur Speerspitze zählt.
Paris selbst schlug nach 2:02,51 Minuten die Hände über dem Helm zusammen. Siebter Triumph in Kvitfjell, 25. in der Karriere – und ein Abschied, der nach Sieg schmeckt. Der bald 37-jährige Südtiroler wird nächstes Jahr nur noch sporadisch starten, doch wer ihn heute sah, glaubt kein Wort vom Ruhestand.
Franjo von allmen wird zum unbequemen prügelknaben
Der Berner, erst 23, nagelte Paris 0,19 Sekunden ab und erntete den ersten Weltcupsieg seiner Laufbahn. Dabei hatte von Allmen im Ziel selbst gemurmelt, die Linie sei „ein bisschen zu sauber“ gewesen. Die Zeitkontrolle ließ ihn trotzdem oben stehen – bis Paris die Uhr stoppte.
Kriechmayr war der Einzige, der dem Duo noch gefährlich wurde. Nach seinem Courchevel-Coup vor sieben Tagen legte er noch einen drauf, riss 145 km/h und schickte dicke Schneewolken hinterher. „Ich wollte das Ding nochmal aufreißen“, sagte er später, „aber Dominik hat heute einfach keine Fehler gemacht.“

Marco odermatt bleibt auf trockenen
Für den Gesamtweltcupsieger war Kvitfjell erneut ein Albtraum. Platz sieben, 0,92 Sekunden Rückstand – zu viel für einen Mann, der sonach alles abräumt. Die Olympia-Bakken gilt als schnell, aber technisch anspruchsvoll; genau das verrät, wer nur auf Rohgewicht setzt. Odermatts Team wird die Videoanalyse noch einmal von vorne aufrollen.
Giovanni Franzoni, Kitzbühel-Sieger und Hoffnungsträger Italiens, landete auf Rang elf. Auch er hatte gehofft, mit einer Handvoll Drehung ins Ziel zu flitzen – doch die Norweger haben ihre Pisten gern gerade, und gerade das bestraft kleine Fehler gnadenlos.

Österreichs armee rutscht durchs ziel
Neben Kriechmayr schaffte nur Daniel Hemetsberger unter die besten Zehn – Neunter, 0,87 Sekunden hinten, aber mit der Entschlossenheit, nächstes Jahr anzugreifen. Raphael Haaser wurde 15., Marco Schwarz 24. und Vorletzter. Letzter wurde Niels Hintermann, der sich nach dem Finish noch einige Brems-Schwünge gönnte – eine Geste, die die Kameras länger festhielten als seine Fahrtzeit.
Das Finale gibt nur den Top 15 Weltcuppunkte, weshalb die Spannung bereits nach der ersten Zwischenzeit verpuffte. Wer draußen war, fuhr trotzdem Vollgas – schließlich zählt jeder Meter Erfahrung, bevor der Schnee schmilzt.
Am Sonntag folgt der Super-G. Kriechmayr hat angekündigt, „nochmal richtig Feuer zu machen“. Paris wird zuschauen – und vielleicht schon die ersten Pläne für seine Feste schmieden, auf denen er künftig seine Siege feiert, statt sie zu erfahren.
