Paris lockt parrondo: melsungen droht der nächste erdbeben-schlag
Die MT Melsungen spielt mal wieder Verstehen – diesmal mit sich selbst. Während die Daikin-Bundesliga am Freitag zum Rückrunden-Auftakt gegen Kiel rollt, brodelt es im Hintergrund so heftig, dass selbst die eigenen Fans nur noch mit dem Kopf schütteln.
Der Grund: Roberto Parrondo, der Mann, der seit 2018 die Spielphilosophie des Nordhessen-Klubs prägt, hat offenbar längst die Koffer gepackt. Paris Saint-Germain will den 46-jährigen Spanier zum Sommer 2027 als neuen Chefcoach installieren – und schickt dafür schon jetzt heimliche Fühler aus. Das bestätigen mehrere französische und deutsche Insider gegenüber TSV Pelkum Sportwelt.
Warum paris jetzt zugreift – und was das mit veszprém zu tun hat
PSG-Sportdirektor Bruno Martini goutierte die Vorschläge aus seiner Scouting-Abteilung bereits vor Wochen. Die Devise: Jemand, der aus kleinen Verhältnissen großes Spiel macht, ohne sich aufzudröseln. Parrondo passt ins Raster. Er holte aus einem Etat, der nicht einmal die Hälfte der Top-Vier-Ausgaben erreicht, zweimal das Final-Four, verpasste 2024/25 die Champions-League-Gruppenphase nur aufgrund einer Tor-Differenz. Das reicht in Paris, um intern auf „grün“ zu stehen.
Doch der Klub ist nicht allein. Auch KC Veszprém und Pick Szeged lotsten Parrondo bereits aus – beide ungarischen Schwergewichte suchten nach Plan-B-Optionen, falls ihre Supertrainer Momir Ilic respektive Juan Carlos Pastor vorzeitig abspringen. Die Antwort des Melsungers war ein routiniertes „Interesse besteht, aber Vertrag bis 2026“ – ein Satz, der in der Szene mittlerweile als Ausverkaufs-Signal gilt.
Die Konsequenz für Melsungen: Ein Trainer, der weiß, dass er 2027 ohnehin weg ist, verliert an Sogkraft. Spieler sprechen offen über „neue Perspektiven“, Sponsoren halten Zusagen zurück. Und der Vorstand? Schweigt. Nach der Rauswurf-Posse um Michael Allendorf im Oktober – damals hieß es intern nur „strategische Neuaufstellung“ – traut sich offenbar niemand mehr, klare Kante zu zeigen.

Dujshebaev-doppelpack als alibi-transfer
Um die Wogen zu glätten, schaltete die GmbH unter der Dachmarke B. Braun den Turbo: Dani Dujshebaev landete trotz öffentlicher Dementis, nun soll auch Bruder Alex folgen. Zwei Spanier, ein Aufwand von fast einer Million Euro, der die Abwehr neu ordnen soll. Doch selbst das zieht nicht mehr. „Die Jungs fragen sich, warum wir neue Leute holen, wenn der Coach eh schon weg ist“, sagt ein Kader-Insider, der anonym bleiben will.
Die Zahlen sprechen ohnehin ihre eigene Sprache: Seit der 7:27-Auswärtsniederlage in Stuttgart Mitte Dezember hat Melsungen nur noch zwei von sieben Pflichtspielen gewonnen – das Minus von 18 Toren gegen den VfB war die höchste Ligablegung der Club-Historie. Die Tabelle lügt nicht: Rang sieben, drei Punkte hinter Platz drei, der zur EHF-Cup-Quali führt. Ein Abrutschen auf Tabellenplatz zehn ist realistisch, sollte Parrondo schon im Sommer springen.
Jetzt also Kiel – ein Gegner, der in der Sparkassen-Arena seit 2019 ungeschlagen ist. Die Nordhessen-Fans planen eine choreografierte Protestwelle, um gegen die Opaque-Politik des Vorstands zu demonstrieren. Parrondo selbst wird wie immer in der Coaching-Zone stehen, die Arme verschränkt, die Blicke nach links zum VIP-Bereich – dort, wo Andreas Mohr sitzt, der Geschäftsführer, der einst versprach, „Ruhe und Kontinuität“ zu schaffen.
Fakt ist: Wenn Paris tatsächlich zugreift, steht Melsungen vor dem nächsten Rebuild innerhalb von drei Jahren – sportlich wie strukturell. Und die Fans fragen sich längst nicht mehr, ob der Klub bereit ist für die Königsklasse, sondern ob er überhaupt bereit ist für die eigene Zukunft. Die Antwort bekommt er am Freitagabend – und die dürfte wehtun.
