Aicher verpasst podest – shiffrin kann weltcup jetzt nur noch gegen sich selbst verlieren
Emma Aicher hat in Kvitfjell die letzte offene Tür zum Gesamtweltcup zugeschlagen – und Mikaela Shiffrin die verschlossen. Platz vier im Super-G, eine Hundertstelsekunde hinter Kira Weidle-Winkelmann, bedeutet: 45 Punkte Rückstand vor dem Finale. Zwei Rennen, eine Devise: Shiffrin muss nur noch mitmachen.
Das finale ist gelaufen, bevor es begonnen hat
Die Rechnung ist gnadenlos. Shiffrin musste im Super-G nicht einmal punkten – Rang 22 genügte, um die Führung zu halten. Die Amerikanerin weiß das. „Ich bin besser dran als erwartet“, sagte sie offen im ZDF. Die 45 Punkte Vorsprung sind ein Polster, das selbst ein Ausscheiden im Slalom verkraftet, sofern Aicher nicht siegt. Und genau das ist das Problem: Aicher muss gewinnen, Shiffrin nur nicht stürzen.
Die deutsche Seite versucht, das Drama klein zu reden. „Wir können stolz sein“, sagte Weidle-Winkelmann nach ihrem ersten Super-G-Podest. Doch der Jubel klingt abgekämpft. Aicher selbst spricht von „nicht ganz zufrieden“ – eine Understatement-Ohrfeige für jede, die weiß, wie viel sie investiert hat. „Ich bin skifahrerisch nicht wirklich zufrieden“, sagt sie. „Es ginge viel besser.“ Das ist kein Selbstzweifel, das ist ein Fakt.

Goggia küsst die kleine kugel – stuhec küsst die karriere goodbye
Weit ab von der Gesamtwertung feiert Sofia Goggia ihren ersten Super-G-Kristall. Die Italienerin war die Konstante der Saison, jetzt hält sie die kleine Kugel in den Händen – und weiß, dass sie sie sich erkämpft hat. Ilka Stuhec dagegen hält nur noch Champagner. Die Slowenin verabschiedet sich mit Rang 29, aber mit Standing Ovations. Ihre letzte Fahrt war langsam, ihre Karriere schnell.
Für Aicher bleibt die Erkenntnis: Sie kann Shiffrin nur noch zusehen, wie sie den Gesamtweltcup einpackt. Die Kugel ist nicht mehr in ihrer Hand – sie ist in Shiffrins Ski-Stock. Und der ist ziemlich stabil.
