Gasperini reist mit 21 mann nach rom – celik fällt kurzfristig aus
Rom – Die Roma muss auch gegen Lecce auf Celik verzichten. Trainer Gian Piero Gasperini strich den Verteidiger am späten Vormittag aus dem Kader, nur vier Stunden vor dem Anpfiff der Partie an der Olimpico. Die Kurznachricht schickt ein weiteres Mal die medizinische Abteilung in den Wahnsinn.
Die lücke reißt weiter auf
Schon vor Wochen galt die Defensive als Achillesferse der Giallorossi. Nun fehlen mit Dovbyk, Ferguson, Dybala, Soulé, Koné und dem gesperrten Wesley auch sechs Leistungsträger im Mittelfeld und Angriff. Die Infektions- und Verletzungsliste liest sich wie ein kleines Who-is-Who der Startformation.
Gasperini nahm trotzdem 21 Profis mit – ein klares Signal: aufgeben kommt nicht infrage. Im Tor Svilar und Gollini, in der Viererkette Rensch, Angelino, Ndicka, Tsimikas. Im Zentrum übernimmt wohl Cristante die Führung, flankiert von Pellegrini und Pisilli. Vorne sollen Malen und El Shaarawy für Tempo sorgen.
Die Frage ist nur: wie lange hält das Bollwerk? Gegen Bologna brach die Roma in der Europa League nach einer frühen Führung ein, Koné zog sich dabei einen Muskelfaserriss zu. Die medizinische Staffel spricht von „mindestens drei Wochen Pause“, intern heißt es, dass der Mali-Import danach wohl eine Schonungsphase bis Mai absolvieren muss.

Panini und die pandemie der ausfälle
Parallel zum Personalchaos wirbt der Klub mit einem Sonderangebot: Panini-Album plus digitale Gazzetta für 80 Euro. Die Aktion wirkt wie ein Trostpflaster für Fans, die in den sozialen Netzwerken mittlerweile über #RomaRotativa spotten – ein Wortspiel auf der italienischen Bezeichnung für „Rotationsmaschine“ und der ewigen Verletztenrotation.
Fusionspläne im Hintergrund sorgen zusätzlich für Unruhe. Seit Wochen kursiert, dass die Roma mit einem Investor aus den USA Verhandlungen führt. Die Leerstellen auf der Bank sind ein Argument für frisches Kapital: neue Physiotherapeuten, ein erweitertes Leistungsdiagnostik-Zentrum, vielleicht sogar ein zweites Trainingsgelände außerhalb der Stadt.
Aber zuerst muss das Spiel gegen Lecce her. Die Salentini reisen ohne Druck, liegen im sicheren Mittelfeld und haben mit Krstovic einen Stürmer in Form. Gasperini warnte gestern schon: „Wenn wir unsere Intensität nicht sofort finden, bestraft uns jeder Gegner.“ Die Worte klangen wie ein Mantra – und wie eine Warnung an die eigene Mannschaft.
Anstoß ist um 18 Uhr. Die Roma braucht drei Punkte, um den Anschluss an die Europa-League-Plätze nicht zu verlieren. Die Fans werden trotzdem kommen, 65.000 erwartet. Sie haben gelernt, zwischen Hoffen und Bangen zu pendeln. Heute zählt nur das Ergebnis – und die Frage, ob noch einmal jemand umfällt, bevor das Stadiondunkel einsetzt.
