Paralympics: russen und belarussen kehren unter eigener flagge zurück
Rückkehr nach aufhebung der suspendierung
Die Entscheidung des Internationalen Paralympischen Komitees (IPC), die russische Suspendierung im September aufzuheben, hat nun konkrete Folgen: Bei den kommenden Paralympischen Winterspielen in Mailand und Cortina d'Ampezzodürfen sechs russische Athleten unter ihrer eigenen Flagge antreten. Dies gab das IPC auf Anfrage der SID bekannt. Die Athleten erhielten sogenannte Bipartite-Plätze, also Wildcards.

Kritik des deutschen behindertensportverbands (dbs)
Die Entscheidung stieß erneut auf Kritik vom Deutschen Behindertensportverband (DBS). Idriss Gonschinska, Vorstand des DBS, äußerte Verständnisprobleme: „Dass die Teilnahme von Athletinnen und Athleten aus Russland und Belarus nun ermöglicht wurde, ist für uns nur schwer nachvollziehbar.“ Er betonte, dass die Entscheidung zwar akzeptiert werden müsse, aber im Widerspruch zu den moralisch-ethischen Grundsätzen des Verbandes stehe und für ukrainische Athleten unzumutbar sei.
Verteilung der quotenplätze
Die russischen Sportlerinnen und Sportler können in den Disziplinen Ski Alpin, Skilanglauf und Snowboard antreten. Die Quotenplätze wurden vom Ski- und Snowboard-Weltverband FIS vergeben. Konkret dürfen jeweils ein Mann und eine Frau im Ski Alpin und im Langlauf starten, während im Snowboard zwei russische Athleten teilnehmen werden.
Bekannte namen im russischen aufgebot
Unter den Teilnehmern befindet sich auch der dreifache Goldmedaillengewinner Alexej Bugaew (Ski Alpin), wie das Nationale Paralympische Komitee Russlands (RPC) mitteilte. Die Entscheidung folgt auf eine im letzten Jahr getroffene Entscheidung der IPC-Generalversammlung, die die Suspendierung aufhob, nachdem zuvor Weltverbände ihre Zustimmung geben mussten.
Auch belarus beteiligt
Neben Russland erhält auch Belarus mit insgesamt vier Startplätzen die Möglichkeit zur Teilnahme. Die Athleten beider Nationen waren bereits Anfang des Jahres in die Weltcups zurückgekehrt, nachdem der Internationale Sportgerichtshof (CAS) teilweise Klagen aus Russland und Belarus gegen die FIS stattgegeben hatte, wodurch sie wieder Ranglistenpunkte sammeln konnten.
Hintergrund: ausschluss nach peking 2022
Russland und Belarus waren seit den Winterspielen 2022 in Peking ausgeschlossen worden. Bei den aktuellen Olympischen Spielen in Italien treten Athleten aus beiden Ländern lediglich als neutrale Athleten an. Die Entwicklung zeigt eine deutliche Veränderung in der internationalen Sportpolitik und wirft weiterhin ethische Fragen auf.
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