Paolo indiani: der zwölffache meistertrainer packt aus!

Paolo Indiani, der Name ist in der Fußballszene des italienischen Amateurbereichs geradezu legendär. Der Mann, der in seiner Trainerkarriere bereits zwölf Aufstiege feierte, blickt in einem ausführlichen Gespräch auf seine bewegte Laufbahn zurück – und enthüllt, was ihn antreibt und wie er seine Teams zum Erfolg führt. Sein jüngster Triumph mit Grosseto ist dabei nur die Spitze des Eisbergs.

Die gazzetta und die leidenschaft für den fußball

„Was soll’s, bin ich etwas benommen“, gesteht der 68-Jährige mit einem Augenzwinkern. „Bin ja auch nicht gewöhnt, mal kleinere Nachtschichten zu halten… Aber die Gazzetta habe ich mir trotzdem gegönnt, versteht sich.“ Auch in diesem Alter ist Indiani ein begeisterter Leser der Sportzeitung und beweist damit seine unerschütterliche Liebe zum Fußball. Und diese Liebe spiegelt sich in seinem Erfolg wider: Der zwölfte Aufstieg in seine Karriere ist ein Beweis dafür.

Von san donato tavarnelle bis grosseto: eine erfolgsgeschichte

Von san donato tavarnelle bis grosseto: eine erfolgsgeschichte

Indiani hat in den letzten Jahren eine beeindruckende Erfolgsbilanz vorzuweisen. San Donato Tavarnelle, Arezzo, Livorno und nun Grosseto – mit all diesen Teams gelang ihm der Sprung in höhere Spielklassen. „Jeder Aufstieg war auf seine Art besonders“, erklärt er. „Aber der mit San Donato bleibt mir im Gedächtnis. Ein winziges Dorf, das plötzlich in den Profifußball aufsteigt – das ist eine unglaubliche Geschichte.“

Doch Indiani ist nicht nur ein Meister der kleinen Vereine. Er hat sich auch einen Namen gemacht, indem er angeschlagene Traditionsvereine wiederbelebt hat. „Livorno, Arezzo, Grosseto – bei all diesen Teams ging es vorher nicht so gut. Aber wir haben es geschafft, den Turnaround zu schaffen.“

Die geheimnisse des erfolgs: autonomie und harte arbeit

Die geheimnisse des erfolgs: autonomie und harte arbeit

Was macht Paolo Indiani so erfolgreich? „Ich brauche Autonomie“, erklärt er. „Ich will selbst bestimmen, wie wir trainieren und spielen. Und ich erwarte von meinen Spielern, dass sie hart arbeiten. Wer mich als Trainer wählt, weiß, was ihn erwartet.“

Auch die Auswahl seiner Spieler ist entscheidend. Indiani hat im Laufe seiner Karriere viele talentierte Fußballer gesehen. Namen wie Andrea Barzagli, Massimo Coda und Marco Baroni fallen ihm ein. „Barzagli war technisch noch nicht so weit entwickelt, aber er hatte einen starken Kopf und war sehr intelligent. Coda war noch jung, aber er hatte Potenzial. Und Baroni – der kam zu uns und zeigte sofort, dass er bereits in einer ganz anderen Liga gespielt hatte.“

Die zukunft des italienischen fußballs: mehr spaß und weniger taktik

Die zukunft des italienischen fußballs: mehr spaß und weniger taktik

Indiani hat auch eine klare Meinung dazu, was dem italienischen Fußball fehlt. „Es geht nicht um Systeme, sondern um die Mentalität. Die Kinder müssen wieder mehr Spaß am Fußball haben. Sie müssen lernen, zu dribbeln, zu passen und zu stoppen – ohne ständige taktischen Anweisungen.“ Er kritisiert die aktuelle Entwicklung im Nachwuchsbereich: „Jetzt wird der Begriff ‚Dribbling‘ schon fast als Schimpfwort angesehen. Wir müssen den Kindern wieder erlauben, Fehler zu machen – nur so können sie sich verbessern.“

Indiani verweist auf Lamine Yamal als Beispiel: „Hätte er in Italien gespielt, hätten sie ihn wahrscheinlich erst in der Primavera spielen lassen und gesagt: ‚Er ist zu mager, er muss erst noch zulegen.‘“

Ein abendessen mit spalletti – wer bezahlt?

Ein abendessen mit spalletti – wer bezahlt?

Indiani pflegt eine enge Freundschaft mit dem ehemaligen Nationaltrainer Roberto Spalletti. „Wir schreiben uns ab und zu Nachrichten“, verrät er. „Und wenn Spalletti die Champions League mit Juventus Turin gewinnt, dann bezahlt er das Abendessen – das ist klar!“

Ob Indiani in Zukunft im Profifußball tätig sein wird? „Mit Grosseto könnte ich es durchaus machen, wenn die Bedingungen stimmen. Die Serie C reizt mich, aber ich überlege es mir gut.“

In seiner Heimatstadt Certaldo ist Paolo Indiani inzwischen genauso bekannt wie sein Freund Spalletti. Ein Mann, der mit Leidenschaft, harter Arbeit und einem unbändigen Willen zum Erfolg seine Spuren in der Fußballwelt hinterlassen hat – und dessen Geschichte noch lange nicht zu Ende geschrieben ist. Die Erfolgsbilanz spricht für sich: Zwölf Aufstiege und unzählige unvergessliche Momente.