Otto addo raus: ghana feuert nach 88-minuten-k.o. gegen dfb-team

Ghanas Fußball-Verband schlägt zu – und zwar sofort. Kaum hatte Deniz Undav den Ball in der 88. Minute zum 2:1 für Deutschland versenkt, da flatterte Otto Addo die Kündigung. Die Entscheidung fiel in der Nacht zum Dienstag, keine Stunde nach Abpfiff in Stuttgart. Weiche Worte? Fehlanzeige. Die GFA bedankt sich, wünscht „alles Gute“ und macht klar: Die Ergebnisse stimmten nicht mehr.

Addos bilanz: wm-aus, pleiten-serie, düsseldorfer frust

Der 50-Jährige, in Deutschland geboren, in Düsseldorf zuhause, hatte das Amt vor zwei Jahren übernommen. 2022 führte er Ghana als Interimscoach zur WM nach Katar – Gruppenphase, Rauswurf, Endstation. Seitdem ging es stetig abwärts: vier Niederlagen in Folge, zuletzt das 1:5 in Wien und nun das 1:2 gegen die junge DFB-Elf. Die Pleite gegen Österreich war das Vorspiel; das späte Gegentor von Undav war der Auslöser. Die GFA zog die Reißleine, bevor die Vorbereitung auf die WM in den USA, Kanada und Mexiko richtig losgeht.

Immerhin: Addo zeigte sich nach dem Spiel noch kämpferisch. „Wir haben heute ein anderes Gesicht gezeigt als gegen Österreich“, sagte er der Sportschau. Doch Worte retten keinen Job, wenn die Tabelle rötlich glüht. England, Kroatien und Panama warten im Sommer – ein frischer Impuls soll die Black Stars retten.

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Die Suche läuft auf Hochtouren. Insider tippen auf einen europäisch geprägten Coach, der afrikanische DNA mitbringt – ein Spagat, den Addo zumindest biografisch verkörperte. Die Entscheidung fällt „zu gegebener Zeit“, heißt es wortkarg aus Accra. Bis dahin übernimmt ein Interimsteam, das die WM-Generalprobe in drei Wochen bestreitet.

Für Addo bleibt die persönliche Bilanz bitter: 14 Länderspiele, sieben Siege, sieben Pleiten. Die Quote klingt ausgeglichen, die Trendsage war eindeutig. Der gebürtige Hamburger und ehemalige Bundesliga-Profi muss nun neu starten – vielleicht wieder in Deutschland, wo er als Scout oder Co-Trainer Gespräche führt. Die TSV Pelkum Sportwelt wird ihn beobachten: Ein Coach mit K.o.-Erfahrung kann auch als Analysator goldwert sein.

Die Lehre: Im modernen Fußball reichen Sympathien nicht, wenn das Endergebnis in der 88. Minute kippt. Ghana handelte schnell – und schickt ein Signal an alle WM-Kandidaten: Keine Gnade vor dem Turnier.