Orlando versenkt sich selbst, cleveland kassiert k.o. in letzter sekunde

Die NBA-Playoffs spucken zwei Game-7-Feuerwerkstätten aus. Orlando verschenkt einen 24-Punkte-Puffer, Cleveland wird von einem abprallenden Ball erledigt. Franz Wagner muss weiter mit der Rolle des machtlosen Zuschauers vorliebnehmen.

Magic verlieren die schale, behalten das herz?

Ein 62:38 war kein Vorsprung, sondern eine Falle. Die Pistons schöpften aus Cade Cunningham’s 32 Punkten neue Energie, während Orlando in der zweiten Hälfte nur noch 17 Feldtreffer landete. Tristan da Silva stemmte sich mit zehn Zählern dagegen, doch ohne Wagner-Bruder fehlt der letzte Pass, der letzte Zug zum Korb. 3:3 – Sonntag in Detroit wird zur Eintrittskarte oder zur Abschiedsvorstellung.

Die Statistik lügt nicht: Teams, die nach einer 3:1-Führung noch in ein Game 7 rutschen, verlieren 70 % der Fälle auswärts. Die Magic müssen nun beweisen, dass ihre Defense nicht nur in der Regular Season Erste war, sondern auch unter Playoff-Tremor steht.

Raptors besiegen cleveland mit einem aufprall

Raptors besiegen cleveland mit einem aufprall

RJ Barrett war 46 Minuten lang sein eigener schärfster Kritiker, dann wurde er zur Glanzfigur. Sein Sprungwurf prallte hoch, beschloss kurz zu fliegen und fiel doch – 1,2 Sekunden vor Ende der Verlängerung. 112:110, Serie 3:3. Dennis Schröder verschwand in der Masse, sieben Punkte, 2/9 FG, kaum Ballkontrolle in den entscheidenden Momenten. Die Cavs dominieren zu Hause, die Raptors auf fremdem Parkett – ein Muster, das Sonntag in Ohio entweder bricht oder verstetigt.

Barretts Selbstgespräch nach dem Buzzer klang wie ein Mikrofon-Outtake: „Gott sei Dank! Ich habe im vierten Viertel und in der Verlängerung nichts getroffen.“ Die Ironie: Genau dieser Treffer verhindert ein vorzeitiges Cleveland-Festival und zwingt die Cavaliers, ihre Saison auf eine einzige Heimpartie zu zimmern.

Lakers ohne doncic, aber mit ziel

Während die Osten sich gegenseitig zerfleischen, packt LeBron James im Westen seine 28 Punkte gegen Houston und bucht das Ticket zum Duell mit Titelverteidiger Oklahoma City. Luka Doncic fehlt weiter, Maximilian Kleber ebenso, doch die Defense der Lakers hielt Houston auf 78 Punkte – die niedrigste Ausbeute der Serie. Nächster deutscher Akteur im Fokus: Isaiah Hartenstein, jetzt gefordert, gegen seinen ehemaligen Klub die Rebounds zu kontrollieren.

Die Playoffs liefern das, was sie versprechen: Herzinfarkt, Helden, Debakel – und am Horizont bereits das nächste Game 7. Für Franz Wagner heißt es weiter warten, für Dennis Schröder wird es Zeit, Geschichte zu schreiben oder aufzupacken. Die Uhr tickt. Sonntag entscheidet sich, wer noch dabei ist und wer nur noch zusieht.