Olijnykowa entfacht zorn: emotionaler vorwurf nach french open-niederlage
Paris – Die French Open sorgten nicht nur für sportliche Höhepunkte, sondern auch für eine hitzige politische Auseinandersetzung. Nach ihrer deutlichen Niederlage gegen Diana Schnaider im dritten Runde ließ die ukrainische Tennisspielerin Oleksandra Olijnykowa ihrer Enttäuschung und ihren politischen Überzeugungen freien Lauf – mit drastischen Worten, die nun für Aufsehen sorgen.
Ein statement gegen stille und gewalt
Die 25-jährige Olijnykowa nutzte die Pressekonferenz nach dem Spiel, um eine vorbereitete Erklärung vorzulesen, die sich mit dem russischen Angriffskrieg in der Ukraine auseinandersetzte. Ihre Stimme zitterte, als sie betonte, dass es ihr nicht um Politik gehe, sondern um Menschlichkeit. „Wenn Menschen getötet werden, wenn Kinder sterben, wenn Gewalt gerechtfertigt oder gefeiert wird, können wir nicht so tun, als würde nichts geschehen“, erklärte sie.
Olijnykowa prangerte die Untätigkeit an und forderte eine klare Positionierung. Sie richtete ihre Kritik auch direkt an russische und belarussische Spielerinnen, denen sie mangelnde Bereitschaft zur Kommunikation und die Verbreitung „schrecklicher Ansichten“ vorwarf. „Sie wollen gar nicht kommunizieren. Genau das ist die Situation, die wir derzeit auf der Tour vorfinden“, so die Weltranglisten-65.

Spannungen vor dem match: gazprom und vergleiche zum holocaust
Die politischen Spannungen zwischen Olijnykowa und Schnaider waren bereits vor dem Match deutlich spürbar. Die Ukrainerin hatte Schnaider vorgeworfen, Treue zum russischen Präsidenten Wladimir Putin zu zeigen und bei einem vom Staatskonzern Gazprom gesponserten Event mitgespielt zu haben. Gazprom, so Olijnykowa, finanziere „Kriegsverbrechen“ und zog Parallelen zum Nazideutschland und dem Holocaust.
Schnaider selbst weigerte sich, sich zum Angriffskrieg Putins zu äußern und betonte, sie sei lediglich in Paris, „um Tennis zu spielen“. Ihre Teilnahme am Gazprom-Event begründete sie mit der Möglichkeit, ihre Familie zu sehen. Das Statement von Olijnykowa ist ein deutliches Zeichen dafür, dass der Krieg in der Ukraine auch die Welt des Profisports tiefgreifend beeinflusst und zu emotionalen und kontroversen Auseinandersetzungen führt.
Die Forderung nach einem „Mechanismus“, um die Verbreitung von „Propaganda“ auf der Tour einzudämmen, wirft nun die Frage auf, wie der Tennissport mit der politischen Sensibilität umgehen soll, ohne die sportliche Integrität zu beeinträchtigen. Die kommenden Wochen und Monate werden zeigen, ob Olijnykowa’s Worte eine Debatte auslösen, die über das Ende dieses Matches hinausgeht.
