Odermatt holt kugel nr. 3 – ohne zu fahren. schneechaos macht’s möglich

Marco Odermatt lässt Courchevel einfach sausen. Weil zwei Super-Gs wegen Schneematschs gestrichen werden, packt der Schweizer schon vor demFinale seine dritte Disziplinen-Kugel dieses Winters ein – und kann dabei ganz entspannt in der Hütte bleiben.

Die piste war ein einziger schneekuchen

Der FIS-Jury blieb keine Wahl. Nach 48 Stunden Dauerniesel setzte sich der Hang in Courchevel in Bewegung, Lawinenhelis kreuzten über der Strecke, die Netze rissen weg. „Rennfertig? Nicht mal Schneeschuh-tauglich“, sagte ein aufgebrachter Pistenmeister vor Ort. Der erste Super-G war schon am Samstag futsch, am Sonntag folgte die endgültige Streichung. Die Folge: Odermatt führt im Super-G mit 158 Punkten Vorsprung vor Vincent Kriechmayr – und Kvitfjell kann diesen Vorsprung nicht mehr aufholen.

Die Zahl vier ist jetzt Programm. Viermal nacheinander sichert sich der 28-jährige Schweizer die kleine Kristallkugel im Super-G. Kein Schweizer, kein Österreicher, nicht einmal ein Norweger hat das je geschafft. Die Serie läuft seit 2022, und wer sich in diesem Zeitraum mit ihm duellierte, rutschte meistens ab.

Jocher profitiert still mit

Jocher profitiert still mit

Weit weniger glamourös, aber mindestens ebenso wichtig für den deutschen Speed-Nachwuchs: Simon Jocher. Der Garmischer hausierte in Courchevel ohne Start, bleibt aber auf Rang 22 der Super-G-Bestenliste. Genug, um beim Finale in Kvitfjell noch einmal an den Start zu dürfen – nur die Top 25 dürfen mit. Für den 24-Jährigen ist das ein versöhnlicher Saisonausklang nach einem Winter mit Höhen und Tiefen.

Odermatt selbst wird in Norwegen ohnehin nicht mehr auf die Super-G-Ski steigen. Er spart Kraft für den Riesenslalom, wo er sich vom 21. März an die fünfte Kugel in Serie holen kann. Dann muss er allerdings selbst fahren – Schnee oder nicht.