Null punkte, null torschüsse: österreichs frauen stolpern in slowenien ins debakel

Sieben Siege in sieben Spielen – daraus sind null Punkte und kein einziger Torschuss geworden. Österreichs Frauen verliegen sich in Koper im Nebel und am Ende steht ein 0:1, das wie eine Ohrfeige klingt. Alexander Schriebl sieht eine „ängstliche“ Mannschaft, die nicht einmal zielte. Die Null bleibt in der Tabelle stehen, und schon rückt das Wort „Lehrstunde“ in den Kalender: April, Deutschland, doppelte Begegnung.

Schriebls system versinkt im slowenen-nebel

Die Idee war klar: früh stören, Oberhand gewinnen, Druck erzeugen. Doch was passierte, war ein Selbstentwurf aus Zweikampfzögern und Passpattens. Katharina Naschenweng sprach es aus: „Die Abstimmung war nicht okay.“ Ein Satz, der alles sagt und nichts erklärt. Hinter ihr stand ein Kollektiv, das in 96 Minuten keinen einzigen Schuss auf das Tor von Ziva Merk zustande brachte – eine Statistik, die sich selbst in der U-15 als Makel lesen würde.

Viktoria Schnaderbeck, 84 Länderspiele, heute ORF-Expertin, nahm keine Blatt vor den Mund: „Offensiv hatten wir keine Chancen, das ist ein Wahnsinn gegen Slowenien.“ Ihr Blick richtete sich auf die Bank, wo Schriebl während des Spiels keinen taktischen Hebel umlegte. „Da kam nichts.“ Ein Satz, der den Trainer beschädigt und die Verantwortlichen im ÖFB wachrüttelt. Denn der Frauenfußball in Österreich droht, im Gleichschritt der Männer zu verharren: viel Potenzial, wenig Punkte.

Verletzungspech trifft planlosigkeit

Verletzungspech trifft planlosigkeit

Die Liste der Ausfälle liest sich wie ein Who-is-Who der Startformation: Zadrazil, Höbinger, Purtscheller, Zinsberger. Schriebl fehlt das Gerüst, doch Kadernotstand rechtfertigt keine Ideenlosigkeit. Seit seinem Sieg gegen Schottland folgten elf Länderspiele, acht Niederlagen, zwei weitere Siege. Eine Bilanz, die sich selbst in der Nations League kaum versteckt. Die Entwicklung, von der er spricht, scheint eher eine Stagnation auf niedrigem Niveau.

Die Sloweninnen spielten das Spiel ihrer Saison: früh treffen, danach verwalten, hin und wieder kontern. Für Österreich bleibt die Erkenntnis, dass Pressing nur funktioniert, wenn sich auch jemand hinter die Balllinie traut. Sonst bleibt nur das Nachsetzen – und das reicht eben nicht gegen ein Team, das vorher nie einen Punkt gegen die ÖFB-Auswahl geholt hatte.

Deutschland droht, die gruppe abzudrehen

Deutschland droht, die gruppe abzudrehen

Gruppensieger qualifiziert sich direkt für Brasilien 2027, alle anderen müssen ins Play-off. Deutschland steht bei sechs Punkten, Österreich bei null. Die Duelle am 14. und 18. April dürften keine Spiele mehr sein, sondern Exempel. Schriebl spricht von „Rückschlag“, doch das klingt wie eine Beschönigung. Nach diesem Auftritt ist nichts mehr gewiss außer der Tatsache, dass die Null in der Tabelle das ehrlichste Zeugnis ist, das diese Mannschaft derzeit besitzt.