Noah beyer schießt den bhc ins halbfinale und an die spitze der pokal-torschützen
26 Treffer, 13 verwandelt vom Siebenmeterpunkt, ein Viertelfinal-Doppelpack: Noah Beyer hat die Zwischenbilanz des DHB-Pokals 2025/26 angeführt – und zwar mit dem Geruch von Mehrfach-Belastung. Denn hinter ihm lauern nicht nur Omar Ingi Magnusson und Frieder Bandlow, sondern gleich drei weitere Teamkollegen vom Bergischen HC.
Die machtübernahme aus wuppertal
Als Frieder Bandlow nach dem Achtelfinale mit 23 Treffern noch die Tabelle anführte, ahnte niemand, dass ein Club die Rangliste binnen einer Woche zur Rächer-Story umbaut. Der BHC schoss sich in Stuttgart durch Kai Häfners frühe Verletzung und einen irren Schlussspurt in die Top-Four – und lieferte dabei vier Akteure in die Top Ten. Die Zahl ist bemerkenswert: 82 Prozent der Tore im Viertelfinale gegen Stuttgart gingen auf das Konto der Wuppertaler Linkshände.
Doch die Statistik verrät noch mehr. Beyers 13 Siebenmeter treffen bei einer Quote von 92 Prozent – besser als jeder andere Top-Scorer. „Wenn ich aufläu, weiß ich, dass der Ball reingeht“, sagt er, fast beiläufig, als hätte er den Keeper schon vor dem Pfiff ausgebootet. Solche Sätze klingen nach Selbstvertrauen, nicht nach Angeberei. Genau deshalb fliegen seine Würfe momentan unhaltbar ins Netz.

Warum die jäger dicht auffliegen
Magnusson, Magnusson, Magnusson – der Isländer schreit förmlich nach Toren, doch Magdeburg schonte ihn in der Schlussphase gegen Kiel mit 31:21 bereits bei 18 Treffern Vorsprung. Der 23-jährige bleibt trotzdem bei 23 Treffern, weil der SCM keine Pokal-Contender-Partie mehr riskiert. Dahinter gleicht die Jagd einem Handball-Marathon: Fünf Spieler stehen bei 16 Treffern, vier Zweitliga-Knipsen folgen bei 15 – und keiner kann sich sicher sein, bis der Halbfinale-Pfiff ertönt.
Die Überraschung steckt im Detail. Mit Lukas Hutecek (TBV Lemgo), Timo Löser und Oliver Seidler (beide HC Elbflorenz) schafften es drei Spieler aus dem unteren Tabellendrittel der 2. HBL in die oberste Torriege. Ihr Geheimnis: frühe Pokal-Ausscheid gegen Erstligisten, dafür aber Vollgas über 60 Minuten. Wer ausschied, durfte trotzdem morden – und genau das tun sie.

Was das halbfinale bringt
Am 3. und 4. Januar stehen die Final-Four in Hamburg auf dem Programm. Dann zählt nur noch, wer die Nerven trägt – und wer die Abwehrreihen knackt. Beyer und Co. treffen auf Flensburg oder Berlin. Magnusson könnte mit Magdeburg nachlegen. Und Bandlow? Der Dessauer muss zuschauen, aber seine 23 Treffer sind ein Denkmal für jeden Underdog, der träumen darf.
Die Torschützenliste ist kein Schaulaufen, sondern ein Frühwarnsystem: Wer jetzt oben steht, muss sich auf Prügel einstellen. 13 Tore Vorsprung klingen nach Sicherheit, doch in Hamburg reichen zwei schlechte Minuten, und der Pokal schreibt die nächste Geschichte. Beyer weiß das. Deshalb trainiert er noch zusätzliche Sprungvarianten. Sein Ziel ist klar: Finale, Pokal, 30 plus – und vielleicht die ewige Bestmarke. Die Jagd läuft, der BHC liefert die Munition.
