Nebel wirft frankfurt aus der kurve: mainz entkommt dem abstiegstrudel

Paul Nebel schlug zweimal zu, Eintracht Frankfurt kapitulierte im Nebel – und plötzlich atmet Mainz 05 wieder. Der 23-Jährige traf beim 2:1-Sieg früh und spät, riss seine Mitspieler mit und katapultierte die Nullfünfer aus der roten Zone. 30 Punkte, Platz elf, sechs Zähler Vorsprung auf die Relegation: Die Tabelle lügt nicht, sie erzählt vom erfolgreichsten Wochenende des Jahres.

Der frühe nebel und das sparte glück

Schon nach sechs Minuten zog Nebel ab, der Ball senkte sich abgefälsst hinter Michael Zetterer. Die Mainzer Ultra-Zone explodierte, die Eintracht wirkte wie betaubt. Doch die Gäste fanden Antworten, scheiterten an Robin Zentner oder am Aluminium. Die Nullfünfer dagegen verpasten es, die Partie früh zu entscheiden: Sano, Becker, Weiper – alle scheiterten am zweiten oder dritten Schritt. Beinahe wäre es teuer geworden, doch der Nebel, der über dem Mewa-Stadion hing, schien auch die Konzentration der Hessen zu trüben.

Die 89. Minute war dann pure Willensenergie. Kaishū Sano rutschte weg, Silvan Widmer flankte aus dem Stand, Zetterer parierte Weipers Kopfball mit einem Reflex, der eigentlich nur ins Lehrbuch gehört – doch der Abpraller landete bei Nebel. Diesmal keine Abwehr, kein Zufall, nur ein eiskalter Rechtsschuss. 2:1, Derby geknackt, Abstiegskampf vorerst beendet.

Die tabelle lügt nie, aber sie lügt noch nicht lange

Die tabelle lügt nie, aber sie lügt noch nicht lange

Köln und Gladbach trennten sich 1:1, Hamburg und Wolfsburg verloren, St. Pauli kassierte die nächste Niederlage. Ein perfekter Spieltag für Mainz, der die Lücke nach unten größer werden lässt. „Der Job ist noch nicht erledigt“, warnte Silvan Widmer, doch die Zahlen sprechen eine klare Sprache: Sechs Punkte bis zur Relegation, neun bis zum direkten Abstieg. Die Saison hat noch sieben Spieltage, doch die Restprogramme der Verfolger sind giftiger. Wer jetzt noch von der roten Laterne träumt, muss selbst gewinnen und auf Mainzer Patzer hoffen – eine Kombination, die selten eintritt.

Paul Nebel wird nach dem Spiel gefragt, ob er sich als Held sieht. Er lacht, schüttelt den Kopf, zeigt auf die Bank: „Wir haben das schon zusammen gemacht.“ Dabei hatte ihm Nadiem Amiri vor Wochen eingeschärft, öfter abzuziehen. Amiri fehlt verletzt, aber seine Stimme war im Stadion zu hören – durch Nebels Schüsse, durch die Kollektivbrüllerei, durch das Gefühl, dass dieser Club wieder zusammenwächst.

Hoffenheim als nächste feuerprobe

Hoffenheim als nächste feuerprobe

Nach der Länderspielpause gastiert die TSG Hoffenheim, selbst tief in der Krise. Drei Punkte dort, und die Nullfünfer könnten vorzeitig den Knoten durchschlagen. „Je schneller wir die 33 oder 35 erreichen, desto schneller können wir durchatmen“, sagt Widmer. Die Rechnung ist simpel: Sieben Spiele, zwei Siege – dann spielt Mainz nächste Saison wieder erste Liga. Und vielleicht schon vor dem 34. Spieltag, denn der Abstand wächst mit jedem Wochenende, in dem die Konkurrenten streiken.

Der Nebel über Mainz lichtet sich. Paul Nebel hat ihn mit zwei Schüssen verscheucht, die Tabelle zeigt Platz elf. Wer jetzt noch von Abstieg redet, hat die letzten 90 Minuten nicht gesehen.