Nba zieht zwei neue teams nach seattle und vegas – der countdown läuft
Die Liga schickt sich an, zwei neue Franchises ins Boot zu holen – Seattle und Las Vegas stehen als Heimstätten fest. Doch bevor die Klubs auf dem Parkett stehen, wartet ein Minenfeld aus Milliarden-Checks, Eigentümer-Abstimmungen und einem kompletten Neuausrichten des Saisonplans.

Silver nennt bedingung: „wer zahlt, bekommt den platz“
Am Dienstag und Mittwoch nächster Woche trifft sich der Board of Governors in New York. Auf dem Tisch: nicht nur die längst beschlossene NBA-Europe-Serie, sondern auch der formale Startschuss für die Expansion. Commissioner Adam Silver ließ keinen Zweifel: „Erst kommt der Geldbeutel, dann die Stadt.“ Wer 2027 oder 2028 unterflutert, muss pro Team rund 2,5 Milliarden Dollar Eintrittsgeld locker machen – Rekord.
Die Vorauswahl fiel auf Seattle, weil dort KeyArena bereits zu Climate Pledge Arena umgebaut ist und 18.000 Fans garantiert, sowie auf Las Vegas, wo die Formel-1-Piste inzwischen Sportevents als Ganzjahres-Geschäftsmodell vermarktet. Die Stadien sind fertig, die TV-Märkte wachsen – ein Glücksfall für eine Liga, die im Inland nahe an der Sättigungsgrenze kratzt.
Doch die Reise ist noch lang. Seattle muss die alte SuperSonics-Geschichte endgültig vergraben; die Relocation nach Oklahoma City 2008 hinterließ verbrannte Erde. In Vegas fürchten Traditionsclubs wie die Lakers und die Warriors eine weitere Wasserglatte im Revenue-Pool. Die Fernsehrechte sind bis 2029/30 festgeschrieben – neue Teams bedeuten, dass 1/31 statt 1/29 der nationalen Kuchen an alle Besitzer fließt.
Deswegen der kleine, aber feine Unterschied: Die Abstimmung nächste Woche ist kein endgültiger Zuschlag, sondern nur die Erlaubnis, offiziell Verhandlungen mit potenziellen Investorengruppen zu führen. Seattle-Frontmann Chris Hansen, Vegas-Casino-Mogul Miriam Adelson und ein Konsortium um die Walton-Familie (Walmart-Erben) haben schon Listen mit Limited Partners gezeichnet. Die Liga prüft, ob die Gelder „sauber“ sind – keine Kryptozocker, keine halb-leeren Fonds.
Fällt das Votum positiv aus, startet der Zeitplan: 2024 Sommer-League in beiden Städten als Probeschuss, 2025 offizieller Expansion-Draft – jedes bestehende Team darf acht Spieler schützen, der Rest landet im Pool. Danach: neues Schedule-Modell, wahrscheinlich vier Divisionen à acht Teams statt der jetzigen sechs à fünf, damit West- und Ostküste wieder symmetrisch sind.
Die Athleten beobachten das mit gemischten Gefühlen. Mehr Jobs bedeuten mehr Chancen für End-of-Bench-Spieler, aber die 82-Spiele-Regelung bleibt – Stammkrächte fürchten zwei zusätzliche Back-to-Back-Trips quer durchs Land. Die Spielergewerkschaft NBPA fordert schon lauter ein 72-Spiel-Format plus Midseason-Cup, doch die Besitzer brechen lieber die Geheimhaltung als die TV-Verträge.
Für die Fans ist die Rechnung einfach: 2027 oder spätestens 2028 gibt es wieder einen Grund, in Seattle grün-orangene Retro-Jerseys zu tragen und in Vegas mit Show-Lights das Warm-up zu eröffnen. Die Liga rechnet intern mit einem Plus von über einer Milliarde Dollar jährlich durch Merchandising, Ticketnachfrage und neue Sponsoren. Ob die chemische Reaktion auf dem Parkett hält, entscheidet sich aber nicht im Glamour der Strip-Lights, sondern in den nächsten 180 Tagen – und im Portemonnaie der Milliardäre, die bereit sind, für einen Stuhl am Tisch zu zahlen, was ein ganzes NHL-Team kostete. Ticktack, die Uhr läuft.
