Juventus kauft sich selbst: turiner kaufen j-hotel und zahlen nur 14 mio – der rest ist trick

Die Juventus-Führung schlägt wieder zu – diesmal nicht auf dem Transfermarkt, sondern in der eigenen Immobilienabteilung. Für 23 Millionen Euro kauft der Klub das J-Hotel in der Continassa, direkt neben Allianz-Stadion. Gezahlt werden nur 14 Millionen. Der Rest? Bleibt in der Familie.

Warum die bianconeri nur 60 prozent des preises stemmen müssen

Hinter dem Deal steckt ein geschicktes Konstrukt: Verkäufer ist die Ream SGR, die den Fonds „J Village“ verwaltet. Daran hält Juventus selbst 41 Prozent. Rechnet man den Anteil heraus, reduziert sich der Netto-Ausfluss auf 14 Millionen. Die Aktionäre des Fonds – darunter auch kleinere Investoren – finanzieren den Rest. Das klingt nach Buchhaltung, ist aber ein Musterbeispiel dafür, wie Top-Clubs ihre Bilanzen polieren.

Seit Jahren bewirtschaftet Juventus das Hotel über ihre Tochter B&W Nest. Jetzt also auch Eigentümer. Der Effekt: Statt Miete zahlen die Turiner künftig nur noch Abschreibung und Zinsen – und das bei einem Objekt, das laut interner Gutachten bereits 30 Millionen wert ist. Die Differenz landet direkt in der Gewinn-und-Verlust-Rechnung.

Continassa wird zur juve-stadt – und das portfolio wächst auf 243 millionen

Continassa wird zur juve-stadt – und das portfolio wächst auf 243 millionen

Mit dem Kauf komplettiert Juventus ihre Mini-Stadt rund um das Stadion: Stadio, J-Museum, Megastore, J-Medical, Vereinsbüro, Trainingszentrum, Creator Lab und ab sofort auch das J-Hotel mit 138 Zimmern. Hinzu kommt das Sportgelände in Vinovo. Nach aktueller Bilanz sind die Immobilien 220 Millionen Euro wert, nach der Transaktion 243 Millionen. Marktwert: deutlich über 400 Millionen. Kaum ein europäischer Klub kann ein derartiges Portfolio vorweisen.

Die Gäste des Hotels kommen aus 130 Ländern. Allein im Restaurant wurden 600.000 Mahlzeiten abgerechnet, im vergangenen Jahr 200.000 Übernachtungen. Umsatz: 7,7 Millionen Euro. Die Zahlen sprechen eine klare Sprache: Das Objekt ist kein Prestigeprojekt, sondern ein Cash-Cow.

Kein euro wird der mannschaft entzogen – das verspricht die geschäftsführung

Kein euro wird der mannschaft entzogen – das verspricht die geschäftsführung

Kritiker hatten befürchtet, Juventus würde Geld in Beton statt in Ballkünstler stecken. Die Vereinsspitze dementiert. „Die Transaktion schafft Werte, die wir direkt in den Sport stecken“, heißt es intern. Die UEFA-Financial-Fairplay-Kennzahlen bleiben laut Club unberührt, im Gegenteil: Die reduzierten Mietzahlungen entlasten die Kostenbasis. Trainer Motta soll also weiterhin seine Wunschspieler bekommen – die Sommerplanungen laufen parallel.

Ein Detail noch: Die Finanzierung läuft über eine neue Kreditlinie, abgesichert durch die Immobilie selbst. Die Juve leiht sich Geld – von sich selbst. Das nennt man dann Synergie.

Am Ende steht ein schlichter Befund: Juventus baut nicht nur Stadien, sondern auch eigene Bilanzen. Und während andere Klubs nach jedem Transfer einen Kreiswichs um Cashflow und Amortisation veranstalten, servieren die Turiner einfach ein paar Hotelzimmer mehr. Der Gewinn steht schon in den Büchern – nur eben auf der anderen Seite.