Sané: nagelsmann glaubt an wm-comeback trotz gala-misere

Frankfurt – Ein Aufschrei ging durch die Fußballnation, als Julian Nagelsmann seinen vorläufigen WM-Kader bekanntgab: Leroy Sané, trotz seiner durchwachsenen Leistungen bei Galatasaray, ist dabei. Der Bundestrainer sieht in dem 30-Jährigen einen „Herausforderer“ und verspricht, aus dem DFB-Star das Maximum herauszuholen – ein riskantes Unterfangen, angesichts der aktuellen Zahlen.

Die gala-bilanz: ein schatten auf dem ruf

Sieben Tore und fünf Vorlagen in 28 Ligaspielen – die Bilanz von Sané bei Galatasaray liest sich alles andere als überzeugend. Gerade in der Süper Lig gelang dem einstigen Bayern-Star in diesem Jahr lediglich ein Tor und zwei Assists. Diese Zahlen, so Nagelsmann, seien „generell zu wenig“, und die Frage nach Sanés Nominierung war folgerichtig heiß diskutiert.

Doch der Bundestrainer hält an seiner Entscheidung fest. Er verweist auf die jüngsten Länderspiele, in denen Sané zwei Treffer und drei Vorlagen beisteuerte. „Die Quote ist sehr, sehr gut“, argumentiert Nagelsmann. Es sei ein Spieler, der „sehr kontrovers diskutiert“ werde, räumt er ein, aber eben auch einer, der im DFB-Team eine „extrem hohe Anerkennung“ genießt und eine „extrem enge Bindung“ zu seinen Teamkollegen pflegt.

Was niemand offen erwähnt, ist die Ausstrahlung, die Sané manchmal mit sich bringt und die die Kritik zusätzlich anheizt. Nagelsmann scheint jedoch zu wissen, wie er mit dem schwierigen Charakter umgehen muss. „Ich kenne den früheren Münchner schon sehr lange und habe einen super Draht zu ihm“, betont er. „Ich traue mir zu, den Spieler so zu kitzeln, dass am Ende der WM deutlich mehr positive Stimmen entfallen als negative.“

Die taktische rolle: ein unberechenbarer faktor

Die taktische rolle: ein unberechenbarer faktor

Nagelsmann sieht in Sané einen Spieler, der „nach wie vor was ganz Besonderes im engen Raum“ hat. Gerade gegen tiefe oder müde Gegner könne er mit seiner Schnelligkeit und Technik „im Kombinationsspiel was auslösen“. Diese Fähigkeit könnte für die deutsche Nationalmannschaft gegen defensiv eingestellte Gegner im WM-Kampf entscheidend sein.

Dabei darf man nicht vergessen, dass Sané bereits 2018 von Joachim Löw aus dem Kader gestrichen wurde und 2022 lediglich in den Vorrundenspielen gegen Spanien und Costa Rica zum Einsatz kam. Ob Nagelsmanns Vertrauen in den Flügelspieler belohnt wird, wird die WM zeigen. Denn eines ist klar: Sané muss liefern, um die Kritik verstummen zu lassen und seinen Platz im Team zu festigen.

Die Entscheidung für Sané ist ein klares Signal von Julian Nagelsmann: Er setzt auf Erfahrung und Potenzial, auch wenn die aktuelle Form nicht optimal ist. Ob er damit Recht behält, wird die Weltöffentlichkeit in den kommenden Wochen beurteilen. Die WM wird für Sané zum Schaufenster – und für Nagelsmann zum Test seiner Trainerfähigkeiten.