Nba greift euroleague an: silvers masterplan für europa rollt 2027

Adam Silver schickt sich an, den europäischen Basketball umzukrempeln – und macht dabei keinen Hehl daraus, dass er sich die EuroLeague einverleiben will. „Wenn wir uns mit der EuroLeague zusammenschließen, wäre das das beste Ergebnis für den europäischen Basketball“, sagte der NBA-Commissioner nach dem Board-of-Governors-Treffen in New York. Der Satz klingt wie ein Angebot, ist aber eine Drohung.

Der zeitplan ist gnadenlos

Der zeitplan ist gnadenlos

2027 startet der von NBA und FIBA gemeinsam ausgetüftelte Klubwettbewerb, der unter dem Arbeitstitel „NBA Europe“ die nationalen Ligen und die Champions League ergänzen soll – oder ausradieren, wenn sie nicht mitspielen. Silver spricht von „enormer Begeisterung“, meint damit aber vor allem die zwölf Zielmärkte, die seine Strategen auf dem Kontinent identifiziert haben. Mehr als 100 Organisationen sind laut NBA bereits im Boot, darunter auch Vertreter der deutschen Bundesliga.

Die EuroLeague, seit Jahren unabhängig von der FIBA organisiert, reagiert mit demonstrativer Gelassenheit. Intern herrscht Alarmstufe Rot. Die Liga fürchtet, dass die NBA ihre Marke und ihre Vermarktungsreute nutzt, um die europäische Königsklasse zu einer Beiprodukt-Liga zu degradieren. Die Front ist verhärtet: Seit Jahren streiten sich EuroLeague und FIBA um Fahrplan- und Nationalspieler-Regelungen. Silver nutzt genau diese Lücke.

Die NBA bringt nicht nur Geld, sondern auch ein Milliardenpublikum mit. Die EuroLeague bringt Tradition, aber keine vergleichbare Reichweite. Das Machtgefälle ist offensichtlich. Silver betont, man wolle „kooperieren, nicht ersetzen“. Doch wer die Geschichte der globalen Sportexpansion studiert hat, weiß: Kooperation ist Phase eins, Übernahme ist Phase zwei.

2027 wird der erste Saisonball geworfen – dann zeigt sich, ob Europas Klubs bereit sind, sich in einem Format zu verbiegen, das amerikanische TV-Sender und asiatische Streaming-Plattformen bedient. Die Uhr tickt. Und Adam Silver hat schon den nächsten Satz parat: „Wir sind hier, um den Sport zu fördern.“ Gemeint ist: zu vermarkten. Bis der letzte Cent rollt.