Euroleague-aus für bayern: belgrader sieg vernichtet letzte playoff-träume

Die Nacht von Dienstag auf Mittwoch war für jeden FC-Bayern-Fan ein Schlag in die Magengrube. Roter Stern Belgrade schlug Baskonia 108:100 nach Verlängerung – und damit ist für die Münchener nicht nur ein Match entschieden, sondern eine ganze Saison in Europa.

Platz 16, 13 Siege, 20 Niederlagen. Die Zahlen sind so hart wie das Erkennen: Die EuroLeague-Playoffs finden 2026 ohne den deutschen Rekordmeister statt. Noch bevor das Team von Trainer Svetislav Pesic am Donnerstag (20.30 Uhr) gegen Schlusslicht ASVEL Villeurbanne ran muss, ist die letzte Hoffnung durch die Iberostar-Arena von Vitoria-Gasteiz verpufft.

Die trümmer der euroleague-saison liegen schon jetzt offen

Bayern war frühzeitig auf Schlagdampf-Kurs. Nach dem verpatzten Saisonstart fehlte die Konstanz, die Defense bröselte in Schlüsselminuten, und die Rotationsplanung geriet ins Wanken. Die Folge: Sieben Niederlagen in Folge zwischen dem 8. und 14. Spieltag – eine Serie, die selbst optimistische Statistiker nicht mehr kaschieren konnten.

Die Verantwortung teilen sich viele: Verletzungspech um Isaac Bonga, mangelnde Wurfkontinuität von Andreas Obst und ein Nick Weiler-Babb, der seine Topform nie länger als zwei Wochen halten konnte. Am Ende fehlte genau jene Mischung aus Athletik und Nervenstärke, die Roter Stern gestern Nacht ausstrahlte.

Der letzte Münchener Playoff-Einzug datiert auf die Saison 2021/22. Seitdem klingelt jedes Frühjahr das gleife Lied: Potential vorhanden, Erfüllung vertagt.

National glüht noch ein feuer – doch der druck steigt

National glüht noch ein feuer – doch der druck steigt

In der BBL liegt Bayern mit 24:3 Punkten vorne, die Playoffs starten Mitte Mai. Der Pokal hingegen ist bereits weg: Halbfinale, Aus gegen Würzburg. Für Manager Daniele Baiesi heißt es nun, eine Mannschaft wieder aufzurichten, die europäisch blutet, national aber den Anspruch Meisterschaft oder nichts hört.

Die Gefahr: Ein Klima wie 2021, als das Aus in der EuroLeague die Bundesliga-Serie ins Wanken brachte und Ulm vorbeizog. Pesic muss also nicht nur taktische Kniffe finden, sondern vor allem die Köpfe aufrichten – bevor der Frust sich in der Liga frisst.

Restprogramm EuroLeague: Fünf Spiele, kein Stake außer Ehre. Restprogramm Saison: Titel in Deutschland oder ein mit Silber beschichtetes Scheitern. Für einen Klub, der sich selbst Anspruch und Anspruchslosigkeit in einem Atemzug gibt, ist klar: Die nächsten neun Wochen entscheiden über viel mehr als nur Medaillen – sie zeigen, ob Bayerns Basketballzukunft weiter in der europäischen Spur bleibt oder erneut auf Umwegen landet.