Nawrath verspielt podest mit sechs fehlern – laegreid krönt sich zum könig von otepää

Philipp Nawrath schoss sich aus dem Rennen. Beim Verfolger in Otepää jagte der 32-Jährige lange um Edelmetall – dann zerbarst der Traus mit einem Knall im Wind. Sechs Schießfehler, Rang acht, Saison-Frust im Frühling Estlands.

Wind peitscht nawrath vom podest

12,5 Kilometer, drei Schießeinlagen, alles noch im grünen Bereich. Nawrath lag vorn, die Scheiben standen still. Dann kam der Stehendanschlag. Drei Scheiben blieben weiß, Schweden-Martin Samuelsson glitt vorbei, die Spannung zerbarst. „Die Böen waren einen Tick schärfer“, sagte er später, das Gesicht rot von Kälte und Ärger. „Unter Belastung merkt man so was sofort.“

Beim letzten Durchgang schob sich der Wind noch einmal quer. Hinten schoss Laegreid mit nur einem Fehler weg, vorne patzten Jacquelin, Samuelsson, Botn, Dale-Skjevdal – Strafminuten im Takt. Nawrath traf viermal, doch die Lücke war gelaufen. 37 Sekunden fehlten am Ende auf Platz drei. „Zu viel“, murmelte er, während die Norweger schon wieder ihre Fahnen schwenkten.

Laegreid löst fillon maillet ab

Laegreid löst fillon maillet ab

Sturla Holm Laegreid profitierte vom Chaos und kassierte seinen 19. Weltcup-Sieg. Kein aktiver Athlet hat mehr. Der 27-jährige Norweger übernimmt damit die alleinige Führung in der internen Siegstatistik und drängt Quentin Fillon Maillet auf Platz zwei. Für Deutschland bleibt nur die Statistik der Enttäuschung: Justus Strelow (24.), Leonhard Pfund (26.), Philipp Horn (27.), David Zobel (38.) und Lucas Fratzscher (40.) kamen nicht einmal in die Nähe der Punkteränge.

Wind war nicht das einzige Problem – er war das sichtbare Symptom. Nawrath schaffte es nicht, die Waffe unter Pulsspitzen zu bändigen. Die Saison verläuft so wie viele davor: Starts mit Hoffnung, Enden mit Schulterzucken. Die WM in Nové Město rückt näher, und die deutsche Männer-Truppe braucht mehr als ein halbes Dutzend Treffer, um mit Skandinavien mitzuhalten.

Für Laegreid ist Otepää bereits ein kleines Revier: zweimal Start, zweimal Sieg. Für Nawrath bleibt ein weiterer Samstag, an dem sich die eigene Magie nicht einstellte. Frühling in Estland, Winter der Selbstzweifel.