Nagelsmann wirft karl und undav ins kalte wm-wasser
Mainz wird zum Experimentierraum. Zwei Wochen vor dem WM-Start testet Julian Nagelsmann gegen Finnland seine letzten Alternativen, setzt auf den Münchner Shootingstar Lennart Karl und den VfB-Torjäger Deniz Undav. Die Botschaft ist klar: Niemand darf sich sicher fühlen.
Neuer verletzt – baumann kassiert eine neue chance
Die Nachricht kam am späten Nachmittag: Manuel Neuer meldet Wadenprobleme, Oliver Baumann rutscht nach. Der Hoffenheimer, von Nagelsmann vor wenigen Tagen noch als „Weltklasse-1b-Lösung“ abgestempelt, darf im Stadion am Bruchweg beweisen, dass ein Torhüter mit 34 Jahren noch lernfähig ist. Die Ironie liegt auf der Hand.
Vor ihm steht eine Abwehr, die halb auf Autopilot fährt. Joshua Kimmich, Jonathan Tah und Nico Schlotterbeck bilden die bewährte Dreierkette, links rückt Nathaniel Brown von Eintracht Frankfurt für den angeschlagenen David Raum nach. Der 22-Jährige bekommt 90 Minuten Zeit, um sich den Urlaub zu verdienen oder ihn zu verspielen.

Musiala kehrt zurück – und sofort wird es laut
Zuletzt trug Jamal Musiala das DFB-Trikot am 23. März 2025 im spektakulären 3:3 gegen Italien. 14 Monate später ist er wieder da, diesmal als zentraler Regisseur hinter der Spitze. Neben ihm laufen zwei Spieler auf, die an jedem Ballwechsel ihr WM-Ticket buchen können.
Felix Nmecha darf im Mittelfeld neben Aleksandar Pavlovic zeigen, warum Nagelsmann ihm das Prädikat „Weltklasse“ verpasst hat. Rechts neben ihm tobt sich Lennart Karl aus – der 20-jährige Flügelflitzer springt für den verletzten Serge Gnabry ein. Die Bayern-Connection ist gebrochen, die Chance für Karl grenzenlos.
Links gesellt sich Florian Wirtz hinzu, Musialas Partner in Crime. Die beiden haben die Aufgabe, die Lücken zu finden, die Undav nutzen soll.

Havertz fehlt – undav muss liefern
Die Länderspielpause kommt für Kai Havertz zwei Tage zu spät. Nach dem verlorenen Champions-League-Finale gegen Paris sitzt der „Neuner“ noch in London und sammelt sich. Stattdessen stürmt Deniz Undav, der VfB-Knipser mit den 20 Saisontoren. Seine letzte Länderspielminute liegt acht Monate zurück. Jetzt hat er 90 Minuten, um Nagelsmann zu erinnern, warum er überhaupt im Kader steht.
Die Aufstellung ist ein Statement: Nagelsmann spielt nicht nur mit dem System, er spielt mit Nerven. Seine Bank ist voll von Stars, die sich fragen, warum sie heute Abend nur zuschauen müssen. Die Antwort liegt auf dem Platz in Mainz. Dort beginnt die WM schon jetzt – für einige als Startschuss, für andere als Showdown.
