Nagelsmann räumt auf: leweling raus, geers rein – dfb-turbulenzen vor wm-start
Jamie Leweling war noch nicht mal 48 Stunden in Herzogenaurach, da packte er schon wieder die Koffer. Die Wadenreizung, mit der der VfB-Stürmer ins DFB-Quartier gereist war, wurde zur nächsten personellen Schrecksekunde. Julian Nagelsmann nimmt den Jahresauftakt mit 25 statt 26 Spielern in Angriff – und erweitert parallel das Athletikteam.
Warum leweling nur ein kurzbesuch blieb
Montagmorgen: Untersuchung. Montagnachmittag: Entwarnung? Dienstagfrüh: Abreise. So schnell kann eine Nationalmannschaftskarriere stocken. Leweling war als Flügel-Joker geplant, doch die belastete Wade ließ kein Training zu. Nagelsmann verzichtet auf eine Neubesetzung – ein klares Signal: Qualität vor Quantität. Chris Führich und Angelo Stiller hat er bereits nachnominiert, um die Lücken nach Pavlovic und Nmecha zu schließen.
Der Kader schrumpft, die Defensive wackelt. Nathaniel Brown fehlte beim ersten Lauf, ebenfalls wegen Wadenproblemen. Antonio Rüdiger und Jonathan Tah arbeiteten individuell – alles Routine bei der Belastungssteuerung, heißt es. Bis Freitag in Basel soll alles sitzen. Drei Tage sind ein Ewigkeit, wenn das System stimmt.

Geers komplettiert das fitness-kommando
Während vorne einer fliegt, holt Nagelsmann hinten Verstärkung. Bram Geers, 32, belgischer Performance-Direktor von Anderlecht, rückt für die WM-Vorbereitung ins Athletikteam. Neben Nicklas Dietrich und Krunoslav Banovcic bildet er fortan ein belgisch-deutsches Power-Trio. Mit Bayern hatte Geers 2025 die Meisterschaft geholt – jetzt soll er die deutsche Turniermannschaft auf Höchstleistung trimmen.
Die Personalie ist kein Zufall. Nach der verpatzten WM 2022 wurde jede Schnittstelle zwischen medizinischem Staff und Trainingswissenschaft neu justiert. Geers steht für Daten statt Dampf. Seine Aufgabe: die letzten zwei Prozent aus Muskeln und Mikrozyklus kitzeln, bevor es in Katar heiß läuft.
Die Botschaft ist klar: Nur wer belastbar ist, darf auf den Platz. Lewelings Wade warnte rechtzeitig. Die Maschine läuft weiter – mit 25 Spielern, aber dreimal so viel Wissen auf der Betreuerbank.
