Vincent büchner fliegt nach jahr eins aus eisenach – jetzt zieht der thw kiel den nächsten super-transfer
Vincent Büchner packt seine Taschen. Nach nur zwölf Monaten unter der Wartburg verabschiedet sich der 27-Jährige aus Eisenach – und landet beim Rekordmeister. Der THW Kiel bestätigte am Dienstag die fünfstellige Ablöse, die nach Thüringen fließt. Für Büchner war es ein Anruf, den er sich selbst in seinen kühnsten Jugendtagen nicht ausgemalt hatte.
Warum er jetzt doch geht
„Ich wollte hier länger bleiben“, sagt er am Telefon, während hinter ihm Kartons stehen. „Aber Kiel? Das gibt es einmal.“ Der Linksaußen, der sich Spielzüge auf Tape am Handgelenk kritzelte und damit zur Social-Media-Sensation wurde, hinterlässt 65 Treffer in 24 Spielen – und eine Fanschar, die ihm sogar beim Weggang applaudiert. Die Werner-Aßmann-Halle wird am Sonntag in Leipzig erfahren, was sie verliert: einen Vollstrecker, der gegen Stuttgart 8:8 traf – perfekte Quote, perfekte Erinnerung.
Der ThSV hatte Büchner erst 2023 aus Hannover abgeworben, Vertrag bis 2027. Intern hieß es: „Langfristig unsere linke Bande.“ Doch dann meldete sich THW-Manager Viktor Szilagyi persönlich. Drei Gespräche, ein Angebot, ein Handschlag – fertig. Eisenachs Vorstand blockierte zunächst, doch die Klausel war klar: bei einer „ Champions-League-Offerte“ darf der Spieler gehen. Kiel zahlte sofort.

Die zahl, die szilagyi überzeugte
1,2 Tore pro Spiel schnitt Büchner in engen Situationen – nur Fabian Wiede und Domagoj Duvnjak liegen bei den Zebras in dieser Kategorie höher. Für Kiels Analysten war das Argument Nummer eins. „Er trifft, wenn’s brennt“, sagt Szilagyi lapidar. Nun soll Büchner mit Sven Ehrig rotieren, den linken Kreis entlasten – und in der Porsche-Arena am 26. Mai zeigen, warum Eisenach ihn ziehen ließ.
Bis dahen läuft er noch für den ThSV: neun Partien, vier zu Hause. „Jeder Wurf wird ein Dankeschön“, sagt er. Dann fliegt er nach Norden, wo schon die Koffer mit den sieben Sternen auf der Brust warten. Eisenach bekommt Geld, Kiel bekommt einen Heißläufer – und Büchner bekommt sein großes Kindheitsfoto in blau-weiß. Mehr braucht es nicht.
