Nagelsmann dampft wm-hoffnungen von ter stegen ein: „sehr, sehr, sehr gering“
Der Countdown läuft, die Tage sind gezählt – und Marc-André ter Stegen wird sie wohl nur als Zuschauer erleben. Nach 18 Monuten Verletzungsdrama und gerade einmal sieben Pflichtspielen seit September 2024 zieht Bundestrainer Julian Nagelsmann die Notbremse. „Die Chance ist sehr, sehr, sehr gering“, sagte er am Freitagabend – drei Worte, die die WM-Träume des 33-jährigen Torhüters wohl endgültig beenden.
Telefonat am freitag: „er bietet sich immer an“
Nagelsmann und ter Stegen telefonieren regelmäßig, zuletzt vor zwei Tagen. Der Coach lobt die Professionalität des Keepers: „Mir gefällt, dass er immer da ist, wenn er einen Beitrag leisten kann.“ Doch selbst diese Loyalität reicht nicht, um die harte Mathematik der Leistungsdiagnostik zu übertönen. „Er ist bereits ein Jahr raus und hat super wenig gespielt“, so Nagelsmann. Die Patellasehnen-Ruptur, das Comeback, die erneute Oberschenkelblessur – ein Kreislauf, der sich seit Oktober 2023 wiederholt.
Die Statistik ist gnadenlos: ter Stegen absolvierte in dieser Saison nur zwei Partien für Girona, bevor die nächste Verletzung zuschlug. FC Barcelona setzte ihm mit Joan García bereits einen neuen Stammtorwart vor die Nase, auch in der Nations-League-Phase blieb er nur Ersatz hinter Oliver Baumann und Alexander Nübel. Die Logik des Leistungssports erlaubt keine Sentimentalitäten.

„Er ist keine 21 mehr“ – nagelsmann zieht bilanz
Die Altersfrage nagt ebenfalls. „Er ist auch keine 21 mehr und hat ein paar Spiele in den Knochen“, sagt Nagelsmann mit der nüchternen Klarheit eines Analysten. Die Reha läuft, Schmerzen sind nur noch ein leises Echo – doch die Zeit arbeitet gegen den Weltmeister von 2014. Die WM in den USA, Kanada und Mexiko rückt näher, das Torwart-Trio steht längst im Schlepptau der Planung. Nagelsmann schließt ter Stegen nicht komplett aus – aus Respekt. Doch der Satz endet mit dem unmissverständlichen „sehr, sehr, sehr gering“. Dreimal „sehr“ – ein Votum, das klingt wie ein Abschied.
Für ter Stegen bleibt nur der lange Weg zurück. Ohne Druck, ohne Garantie. Die Uhr tickt, und die WM wartet nicht auf Comeback-Kinder.
