Nach elche-desaster: mallorca startet mit rückkehrern und weltcup-trauma in die 9-finals-saison

Kein Sonntag zur Erholung, kein Training am Strand – stattdessen Son Bibiloni, 9 Grad, nieselnder Regen. Mallorca hat den Horror von Elche noch in den Knochen und muss jetzt 14 Tage in der Abstiegszone verharren, während die Nationalelf-Politik die Karten neu mischt. Der Plan von Jagoba Arrasate: Neustart mit Comeback-Garanten und Weltcup-Fieber als Brandbeschleuniger.

Die lazarus-fraktion: kumbulla und asano retten den rhythmus

Marash Kumbulla stapfte als Erster aus dem Fitness-Trakt, ein Schritt, der sich wie ein Statement anfühlte. Nach 107 Tagen Seitenband-Auszeit darf der Albaner wieder mit der Mannschaft um Tore jagen. Neben ihm: Takuma Asano, der Japaner, der seit Freitag jeden Sprint mitdenkt. Beide sollen am 4. April gegen Real Madrid in Son Moix auflaufen – ein Termin, der längst als Startschuss für die Relegation-Sprintserie gilt.

Arrasate verordnete den beiden eine Doppelbelastung: Vormittags individuelles Aufbaukontrolltraining, nachmittags taktische Schießübungen. „Wir haben keine Zeit für Schonung“, zitierte Co-Trainer Aitor Karanka die Kabine. Die Worte kamen ohne Pathos daher – und deshalb rissen sie mit.

Valjent gegen muriqi: duell mit weltcup-ticket im bratislava-koller

Valjent gegen muriqi: duell mit weltcup-ticket im bratislava-koller

Während fünf Balearen-Kicker Länderspiel-Luft schnuppern, kochen zwei Club-Kollegen in der Slowakei einen Sonderspieltag auf. Martin Valjent trägt am 26. März im Tehelné Pole wieder das slovakische Trikot – erstmals seit 719 Tagen. Ihm gegenüber: Vedat Muriqi, der Kosovare, der mit einem Sieg die erste WM-Teilnahme seiner jungen Nation buchen würde. Das Ironische: In Palma teilen sich die beiden dieselbe Umkleide, in Bratislava dieselbe Luft, nur die Farben wechseln.

Die Wettquoten sehen die Slowakei leicht vorne, doch wer Muriqis letzte Kopfballbilanz studiert hat, weiß, dass ein einziger Standard den Plot drehen kann. Für Mallorca bedeutet das: Der Sieger kehrt mit Selbstvertrauen zurück, der Verlierer mit nagendem Frust – beides brandgefährliche Zutaten für die restlichen neun Ligaspiele.

Costas portugiesische renaissance und mojicas frankreich-test

Costas portugiesische renaissance und mojicas frankreich-test

Samu Costa fliegt nach Lissabon, um endlich wieder das Nationalteam-Trikot überzustreifen – 17 Monate hat er darauf gewartet. Die Testspiele gegen USA und Mexiko sind sein persönlicher Beweis, dass die Leihe nach Palma kein Abstellgleis war. Gleichzeitig schickt Kolumbien Mojica nach Europa – Croatiens Flügelzirkus und Frankreichs Pressing sollen zeigen, ob der Linksverteidiger die 90-Minuten-Marke durchhält. Die Antwort liefert Arrasate ein Stück weit mit: Wer fit zurückkommt, darf sofort wieder in den 4-2-3-1-Knüppelmodus.

Jan Virgili gilt als Geheimtipp für die U-21-Qualifikation gegen Zypern und Kosovo. Der Mittelfeldstratege könnte mit zwei Siegen als gestählter Relegations-Assistent zurückkehren – ein Gedanke, der Arrasate schmunzeln lässt, denn genau diese Härte vermisste er in Elche.

Neun finals, null pardon: der kalender als gegner

Real Madrid, Girona, Betis, Atlético – die Namen lesen sich wie eine Roadmap des Grauens. Doch genau darin liegt die Chance: Wer oben angreift, kann unten entkommen. Der Klub rechnet intern mit 13 Punkten aus den letzten neun Spielen, um die 17. Platz-Marke zu knacken. Das wäre die nackte Überlebensgrenze, bei der die TV-Gelder nicht einbrechen und die Planung für die Saison 2025/26 nicht komplett neu geschrieben wird.

Die medizinische Abteilung hat einen Mikro-Zyklus entworfen: 72-Stunden-Regeneration nach Länderspielen, individuelle GPS-Analyse, Schlaf-Tracking via Ring-Sensoren. Die Spieler nennen es „Big-Brother-Modus“, die Physios nennen es „letzte Rettung“. Beide haben recht.

Am Horizont zeichnet sich ein Szenario ab, das selbst Optimisten schlucken lässt: Wenn Valjent und Muriqi am 26. März ihre Körper abfeuern, fliegen sie 48 Stunden später zurück – und treffen auf einen Gegner, der seit 17 Partien nicht verlor. Das ist kein Kalender, das ist ein Komplott.

Die Konsequenz für Mallorca ist simpel: Wer nach dem Länderspiel-Intermezzo nicht mit Siegesmentalität landet, wird selbst zum Opfer der eigenen Statistik. Neun Finals, ein Ziel – und kein Platz für Sentimentalitäten. Die Uhr tickt lauter als der Regen auf Son Bibiloni.