Mywhoosh: vom lokalen startup zur globalen e-sport-plattform – und jetzt auch mit rudern
- Mywhoosh: eine erfolgsgeschichte aus den emiraten
- Die ursprüngliche vision und ihre weiterentwicklung
- Inspiration und alleinstellungsmerkmal
- Herausforderungen beim nutzerwachstum
- Zukunftsperspektiven: wachstum und innovation
- Rudern als erweiterung des angebots
- Die zukunft des virtuellen radsports
- Zufriedenheit und kontinuierliche verbesserung
Mywhoosh: eine erfolgsgeschichte aus den emiraten
Im Jahr 2019 entstand in den Vereinigten Arabischen Emiraten MyWhoosh, eine Plattform für virtuelles Radfahren. Die ursprüngliche Idee war einfach: Eine kostenlose Trainingsapp für den Innenbereich zu entwickeln, um den Bewohnern der Emirate während der extrem heißen Sommermonate fit zu halten. Schnell erkannte man jedoch das globale Potenzial. Matt Smithson, Chief Operating Officer von MyWhoosh, sprach mit MARCA über die Entwicklung und Zukunft der Plattform.

Die ursprüngliche vision und ihre weiterentwicklung
“Unsere ursprüngliche Vision war sehr simpel,” erklärt Smithson. “Wir wollten den Menschen in den Vereinigten Arabischen Emiraten eine kostenlose Indoor-Trainingsapp bieten, die ihnen hilft, auch während der extremen Sommerhitze fit zu bleiben. Wir waren der Meinung, dass der Zugang zu Indoor-Training nicht von der Zahlungsfähigkeit abhängen sollte.” Das Konzept erwies sich als skalierbar. “Radfahren im Freien ist kostenlos. Man zahlt ja nicht für die Straße, oder? Warum sollte Indoor-Cycling also ein monatliches Abonnement erfordern?” Diese Philosophie wurde zum Grundstein von MyWhoosh. Heute ist die Vision umfassender: jeder soll die Möglichkeit haben, fitter und gesünder zu werden, mit gleichbereitigem Zugang zu einer hochwertigen virtuellen Trainingsplattform, unabhängig von Herkunft oder finanzieller Situation.

Inspiration und alleinstellungsmerkmal
Smithson betont, dass es keine konkrete Inspirationsquelle für MyWhoosh gab. Man habe beobachtet, was andere Indoor-Trainingsplattformen in verschiedenen Sportarten machen und sich überlegt, wie man die Erfahrung vereinfachen, zugänglicher und kompatibler mit der Ausrüstung machen kann, die die meisten Radfahrer bereits besitzen. Der entscheidende Unterschied sei das Bekenntnis zur Kostenlosigkeit von Anfang an gewesen. “Das verändert die Art und Weise, wie man über alles nachdenkt, von der Nutzerakquise über den Aufbau einer Community bis hin zu Preisstrukturen, wie unsere Bitcoin Treasure Hunt.”

Herausforderungen beim nutzerwachstum
Die größte Herausforderung bestand darin, sich gegen etablierte Plattformen mit starker Nutzerbindung durchzusetzen. “Wenn Nutzer ihr digitales Radfahrerleben bereits anderswo aufgebaut haben, ist es nicht einfach, sie zu bewegen.” Überraschenderweise sei die Tatsache, dass MyWhoosh kostenlos ist, auch eine Herausforderung gewesen. Viele Leute würden annehmen, dass es einen Haken geben müsse, beispielsweise ein verstecktes Abonnement oder eine zukünftige Gebühr. “Das gibt es nicht,” so Smithson. “Ich habe schon scherzhaft gesagt, dass es vielleicht einfacher wäre, einen Dollar pro Monat zu verlangen, da die Leute eher Produkten vertrauen, für die sie bezahlen.”
Zukunftsperspektiven: wachstum und innovation
MyWhoosh plant, weiter zu wachsen und sich als führende Plattform im Bereich virtuelles Radfahren zu etablieren. “Radfahren wird immer im Mittelpunkt stehen, aber wir sehen uns auch im Bereich Entertainment, Performance und der gesamten Fahrradindustrie,” sagt Smithson. Das bedeutet mehr Gamification, mehr Community-Engagement und mehr wettbewerbsorientierte Formate. Zusätzlich zur Erweiterung der virtuellen Welten und Rennformate soll auch der Alltagradfahrer, der einfach nur eine entspannte Fahrt genießen möchte, nicht zu kurz kommen. Mit der Einführung des virtuellen Ruderns wird das Angebot zudem um einen weiteren Sport erweitert.
Rudern als erweiterung des angebots
Die Idee, ein virtuelles Rudermodus einzuführen, entstand aufgrund der technischen Möglichkeiten. Der leitende Ingenieur erkannte, dass die für das Radfahren entwickelte Architektur relativ einfach an das Rudern angepasst werden kann. “Wir haben den Rudermarkt analysiert und eine Chance gesehen. Er hat noch nicht das gleiche Maß an Gamification oder wettbewerbsorientierten Innovationen wie virtuelles Radfahren erfahren.” Die bestehende Infrastruktur ermöglichte eine schnelle Umsetzung. Außerdem sei die Dynamik beim Rudern anders: Ruderer im Freien benötigen oft mehr Indoor-Trainingsmöglichkeiten.
Die zukunft des virtuellen radsports
Smithson ist überzeugt, dass traditionelle Straßenrennen immer komplexer zu organisieren sein werden. Virtuelles Radfahren bietet eine skalierbare, sichere und zugängliche Alternative. “Es gibt noch Arbeit zu leisten in Bezug auf Genauigkeit und Geräteüberprüfung, aber der Trend ist klar.” E-Sports im Radsport sind nicht nur für Elitesportler gedacht. “Nur ein kleiner Prozentsatz der Outdoor-Radfahrer nimmt an Wettkämpfen teil. Wenn wir nur einen Bruchteil der gesamten Radfahrer-Community dazu bringen können, an virtuellen Rennen teilzunehmen, wird der Sport in den nächsten zehn Jahren exponentiell wachsen.”
Zufriedenheit und kontinuierliche verbesserung
Smithson ist stolz auf die bisherige Entwicklung von MyWhoosh. “In fünf Jahren haben wir uns von einem regionalen Konzept zu einem führenden Anbieter in Bezug auf Technologie, Funktionen und Preisgelder im virtuellen Radsport entwickelt.” Er betont jedoch, dass Zufriedenheit nicht gleichbedeutend mit Selbstzufriedenheit ist. “Wir bauen, entwickeln und fordern uns weiterhin heraus. Die Reise ist noch lange nicht zu Ende.”
