Murcia bricht den fluch: roca-revolution mit zehn mann
Endlich wieder Jubel im Estadio Enrique Roca. Real Murcia bezwingt Tarazona 1:0 und beendet eine Heimsieg-Dürre von fast drei Monaten – trotz roter Karte und zittriger Schlussphase.

Óscar gils volltreffer rettet das grana-gesicht
Der Ball sauste wie ein Pfeil ins linke Eck. Minute 33. Óscar Gil zog ab, die Mauer war zu spät, Josele chancenlos. Das Tor war mehr als ein einfacher Treffer – es war die Befreiung. Seit dem 21. Dezember 2025 hatte Murcia kein Heimspiel mehr gewonnen, und plötzlich stand der Tabellenletzte wieder aufrecht.
Doch die Erleichterung währte nur Sekunden. Kurz vor der Pause bahnte sich das nächste Drama an. Jorge Mier foultete, sah Gelb, die VAR-Bilder flimmerten – und plötzlich war die Karte rot. Mit einem Mann weniger musste Murcia die zweite Hälfte durchstehen, während Tarazona den Ausgleich erzwingen wollte.
Die letzten zwanzig Minuten waren ein Krimi. Armero staubte in Minute 89 zum vermeintlichen 1:1 ab, doch die Fahne des Assistenten hob sich rechtzeitig. Sekunden später parierte Gazzaniga einen Drehschuss aus fünf Metern. Im Gegenzweikampf klappten die Beine der Grana-Profis, aber die Köpfe blieben klar. Curro Torres schrie sich heiser, die Fans trommelten gegen das Holz – und der Schiedsrichter piff endlich ab.
Die Zahlen sprechen eine klare Sprache: vor dem Spielpunkt hatte Murcia 2026 nur einen Sieg geholt, zuletzt zehn Partien in Folge ohne Dreier. Durch die Niederlage von Nàstic springt der Club zumindest für 24 Stunden auf Relegationsplatz 17. Die Luft ist dünn, aber sie ist da.
Im Katakomben-Gang standen die Spieler noch lange zusammen, einige mit Händen auf den Knien, andere starrten ins Leere. Die Saison ist noch nicht gerettet, doch für einen Abend haben sie dem Estadio Enrique Roca die Stimme zurückgegeben. Wenn das kein Anfang ist, weiß ich auch nicht.
