München träumt von letzter wm-heimat für leichtathletik?

Ein Erdbeben rollt durch die Leichtathletikwelt: World Athletics plant ab 2030 jährliche Marathon-Weltmeisterschaften und könnte damit die letzte Chance für München als Gastgeber eines kompletten Leichtathletik-WM-Formats eröffnen. Die Entscheidung könnte bereits im September fallen, wenn World Athletics die Ausrichter für 2027 und 2028 vergibt – Peking hat sich bereits für 2027 gesichert.

Marathon verlässt das wm-programm

Marathon verlässt das wm-programm

Das neue Modell sieht vor, dass der Marathon ab 2030 nicht mehr Teil der regulären Leichtathletik-Weltmeisterschaften sein wird. Stattdessen sollen eigenständige WM-Events für Frauen und Männer im jährlichen Wechsel ausgetragen werden. Athen, die Wiege des Marathons, gilt als Top-Anwärter für die erste Ausgabe. „Wir freuen uns sehr, gemeinsam mit Athen die Möglichkeit einer eigenständigen Marathon-Weltmeisterschaft zu prüfen“, erklärte World Athletics-Präsident Sebastian Coe. Die Bedeutung des Marathons, sowohl als Leistungsprüfung als auch als Massenveranstaltung, sei unbestritten.

Die Umstrukturierung folgt auf die schwierigen Bedingungen bei den Ausdauerwettbewerben in Tokio, wo die Hitze zu Verschiebungen führte. Auch die Geherinnen und Geher litten darunter. Neben dem Marathon sollen auch die weiteren Straßenlaufdisziplinen aus dem WM-Programm ausgelagert werden. Das bedeutet, dass München, das sich für die Ausrichtung der WM 2029 oder 2031 bewirbt, nun deutlich bessere Chancen hat, das prestigeträchtige Event zu gewinnen – zumindest wenn man davon ausgeht, dass die letzte WM im klassischen Format stattfindet.

Die Zahl, die man im Blick behalten sollte: 2029. Sollte München den Zuschlag erhalten, wäre es die letzte Chance, eine Leichtathletik-WM in ihrer bewährten Form zu erleben, bevor der Marathon seinen eigenen Weg geht und die Weltmeisterschaften ein neues Gesicht erhalten. Ob die Verantwortlichen diese historische Chance nutzen werden, wird die kommende Zeit zeigen.