Msv duisburg schlägt zurück: 4:2-spektakel gegen saarbrücken bringt aufstiegs-hoffnung neuen schwung
Die Schleudertrauma-Woche des MSV Duisburg ist vorbei. Nach zwei Remis, die die Aufstiegszone nur noch wie ein Schaufenster wirken ließen, schlug der Drittliga-Dritte zurück – und wie. 4:2 gegen den 1. FC Saarbrücken, 51 Punkte, Anschluss wiederhergestellt. Die Arena am Wedaustadion tobte, als hätte jemand das Tor zum Sommer aufgestoßen.
Lex lobinger trifft, aber der msv muss fluchen
Der Führungstreffer durch Lex Lobinger war nur eine halbe Stunde lang Grund zur Euphorie. Dann passierte, was schon seit Wochen durch die Mannschaft geistert: ein Eigentor. Tobias Fleckstein lenkte einen Querpass unglücklich ins eigene Netz, plötzlich stand es 1:1. Die Gäste rochen Blut, Maurice Multhaup schob zur 2:1-Führung ein (49.). Die MSV-Ultras verstummten, die Saarbrücker Ecke feierte sich schon als Sieger.
Doch der Tabellen-16. verpasste es, den Sack zuzumachen. Duisburg blieb wach, weil Conor Noß es so wollte. Sein Doppelpack innerhalb von sechs Minuten (58., 64.) war keine Taktik, sondern reine Willensenergie. Der erste Treffer: strammer Linksschuss aus 16 Metern. Der zweite: Nachschuss nach einem geblockten Schuss – so sieht Instinkt aus. Plötzlich lag der MSV wieder vorn, und niemand fragte mehr nach den letzten Wochen.

Cottbus und osnabrück spüren den atem der zebras
Zwei Punkte Rückstand auf Energie Cottbus, vier auf Spitzenreiter Osnabrück – das klingt nach Luftschloss, ist aber Realität. Duisburg hat zwei Spiele weniger absolviert als Osnabrück, ein Nachholtermin steht bereits fest. Trainer Dietmar Hirsch hatte nach Abpfiff keine Lust auf große Worte. „Wir haben einfach mal wieder Fußball gespielt statt zu rechnen“, sagte er trocken. Die Pressekonferenz dauerte 180 Sekunden, dann verschwand er in Kabine 3 – wahrscheinlich, um zu begreifen, dass seine Mannschaft plötzlich wieder mitredet.
Jan-Simon Symalla machte mit dem 4:2 (84.) den Deckel drauf, aber das Tor war nur noch Formsache. Die eigentliche Nachricht war: Der MSV hat die Handbremse gelöst. Wer jetzt noch von „durchwachsenen Ergebnissen“ spricht, wurde im Stadion mit Pfiffen bedacht. Die Fans wissen: Die Saison ist nicht gelaufen, solange Lex Lobinger sprintet, Conor Noß trifft und Tobias Fleckstein sich nach jedem Eigentor erneut vorwärts wagt.
Am Sonntag geht’s nach Verl. Dann zeigt sich, ob der MSV einen Lauf startet oder ob das Saarbrücken-Spiel nur ein einzelner Schlag gegen die Ladehemmung war. Die Antwort wird nicht in Statistiken stehen, sondern in den Beinen einer Mannschaft, die endlich wieder glaubt, dass der aufstieg kein Mythos ist. Die Liga ist gewarnt: Die Zebras galoppieren wieder.
