Moses' siegesserie: ein dramatisches ende in madrid!

Madrid bebte Geschichte, als am 4. Juni 1987 die fast zehnjährige Siegesserie von Edwin Moses über 400 Meter Hürden jäh endete. Ein Moment, der die Leichtathletikwelt in Atem hielt und das Ende einer Ära markierte.

Die unbändige dominanz, die plötzlich zu brüchig wurde

Die unbändige dominanz, die plötzlich zu brüchig wurde

Es war ein Wettkampf wie jeder andere, und doch alles andere als das. Moses, der damals 31-Jährige, stolperte vor der letzten Hürde und musste mit ansehen, wie sein Landsmann Danny Harris an ihm vorbeizog. Zweiter Platz – ein Schock für einen Mann, der zuvor 122 Rennen in Folge gewonnen hatte. Dieser Moment riss einen Vorhang der Perfektion herunter und offenbarte die menschliche Seite eines Athleten, der zu einer Legende geworden war.

Die fast ein Jahrzehnt andauernde Siegesserie begann am 26. August 1977 in Berlin, als er Harald Schmid schlug. Danach folgte ein beeindruckender Marsch durch die Leichtathletikszene, geprägt von zwei Weltrekordverbesserungen, dem Titel bei der Weltmeisterschaft 1983 in Helsinki und dem triumphalen Gewinn der Goldmedaille bei den Olympischen Spielen 1984 in Los Angeles. Die Olympische Goldmedaille von Montreal 1976 war bereits der Auftakt zu einer Karriere, die ihn unsterblich machte.

Die politische Dimension: Weniger bekannt, aber nicht minder bedeutsam, war der Boykott der USA 1980 in Moskau. Dieser Umstand verhinderte, dass Moses seinen bereits vierten Olympiasieg feiern konnte – ein Fakt, der die Tragweite seiner Karriere zusätzlich unterstreicht. Die Ereignisse in Rom, kurz nach seiner Niederlage in Madrid, zeigten jedoch, dass Moses auch nach diesem Rückschlag zu Höchstleistungen fähig war und seinen zweiten Weltmeistertitel errang.

Die Zahl spricht für sich: 122 Siege in Folge. Eine Leistung, die wohl nie wieder erreicht werden wird. Moses' Rückblick auf diesen Moment in Madrid war geprägt von Demut und Respekt vor dem Sport. Er erkannte, dass selbst der größte Athlet seinen Gegner respektieren muss und dass der Wettkampf immer das Sagen hat. Es war nicht das Ende seiner Karriere, sondern ein Wendepunkt, der ihn daran erinnerte, dass auch Legenden verwundbar sind.