Irak schreibt geschichte: wm-ticket nach jahrzehnten der tragödie!
Ein einziger Treffer, ein Moment der Ekstase – Aymen Hussein hat Irak nach 36 Jahren wieder zur Fußball-Weltmeisterschaft geführt. Der Sieg gegen Bolivien in Monterrey ist mehr als nur ein sportlicher Erfolg; er ist ein Hoffnungsschimmer für eine Nation, die tiefe Wunden trägt und nach einer Zukunft sucht.
Ein tor, eine nation, eine geschichte des leids
Die Geschichte von Aymen Hussein ist eng mit der turbulenten Vergangenheit seines Landes verwoben. Geboren in Hawija, einer Stadt im Distrikt Kirkuk, erlebte er bereits als Kind die Schrecken des Krieges und des Terrorismus. Im Jahr 2008, als Aymen gerade zwölf Jahre alt war, wurde sein Vater bei einem Anschlag von Al-Qaeda in Bagdad getötet. Ein Anruf, der ihn und seine Familie für immer verändern sollte.
Seine Kindheit war von Gewalt und Verlust geprägt. Seine Familie floh vor den Kämpfen und fand Zuflucht in Kirkuk. Doch auch dort entging Aymen nicht dem Schicksal: 2014 wurde sein älterer Bruder, der sich dem irakischen Militär angeschlossen hatte, von der Terrororganisation Islamischer Staat entführt. Seitdem ist nichts mehr von ihm bekannt. Diese Tragödien wurden für Aymen zu einem Ansporn, seine innere Stärke zu finden, insbesondere durch den Fußball.
Die Mutter als Fels in der Brandung Sein unerschütterlicher Glaube an Gott und die unbändige Liebe seiner Mutter haben ihm geholfen, die dunkelsten Stunden zu überstehen. Sie ist sein Vorbild, seine größte Stütze und die treibende Kraft hinter seinen Erfolgen. „Ich habe vor dem Frühstück für dich gebetet und immer wieder gesagt: ‚Gott, lass Aymen und seine Mannschaft gewinnen‘“, sagte seine Mutter nach dem historischen Sieg.

Vom kurdistán in die nationalmannschaft
Aymens Weg zum Profifußballer führte ihn zunächst in den Kurdistán, wo er beim Ghaz Al-Shamal sein Talent weiterentwickelte und die Aufmerksamkeit der Nationalmannschaft auf sich zog. Sein entscheidender Treffer in der Qualifikation für die Olympischen Spiele von Rio de Janeiro im Jahr 2015 war der Beginn einer beeindruckenden Karriere. Obwohl er die Olympischen Spiele aufgrund einer Verletzung verpasste, wurde er schnell zu einem festen Bestandteil der irakischen Nationalmannschaft. Eine Verletzung im September 2024 sorgte kurzzeitig für Besorgnis, doch Aymen kehrte stärker denn je zurück.
Der Sieg gegen Bolivien ist nicht nur ein Triumph für Aymen Hussein, sondern für das gesamte irakische Volk. Es ist ein Symbol der Hoffnung und des Wiederaufbaus in einem Land, das so viel Leid erfahren hat. Es ist ein Beweis dafür, dass selbst in den dunkelsten Zeiten der Traum von einer besseren Zukunft am Leben bleibt.
Mit dem Ticket für die WM 2026 hat Irak die Welt in Atem gehalten und bewiesen, dass Fußball mehr ist als nur ein Spiel – er ist eine Quelle der Einheit, des Stolzes und der Hoffnung für eine ganze Nation. Die Welt wird nun mit Spannung beobachten, wie Irak im Sommer 2026 auf die größten Fußballbühnen der Welt einsteigt und seine Geschichte fortschreibt.
