Sabalenka patzt in paris: wind und nerven kosten french open triumph

Paris – Aryna Sabalenka, als Nummer eins der Welt ins French Open Turnier gestartet, ist im Viertelfinale an Diana Shnaider gescheitert. Ein bitterer Rückschlag für die Belarussin, die im Vorjahr noch das Endspiel erreichte und nun mit einer erschütternden Vorstellung und dem Einfluss des Windes die Chance auf den ersten Grand-Slam-Titel in diesem Jahr verpasst hat.

Die windböen als alibi? experten streiten sich um sabalenkas zusammenbruch

Die Parallelen zum letztjährigen Final-Debakel gegen Coco Gauff sind unheimlich. Auch damals, wie nun gegen Shnaider, ließ Sabalenka eine Satzführung aus der Hand. 6:3, 5:7, 0:6 – die deutliche Niederlage wirft Fragen auf. Während einige Experten wie Chris Evert die unberechenbaren Windverhältnisse auf dem Court Philippe-Chatrier als Hauptursache sehen, vermutet Boris Becker tieferliegende Probleme im mentalen Bereich der Weltranglistenersten.

„Ich glaube nicht, dass sie gelernt hat, im Wind zu spielen“, analysierte Evert. „Ihre Beinarbeit ist da einfach nicht die Beste.“ Wilander ergänzte, dass Sabalenkas üblicherweise kraftvolle Schläge im Wind oft nach hinten losgehen, da der Ball unberechenbar abgetrieben wird. Shnaider hingegen scheint mit den Bedingungen besser zurechtzukommen, indem sie kleinere, präzisere Schritte unternimmt.

Becker: „mentale instabilität“ ist sabalenkas achillesferse

Becker: „mentale instabilität“ ist sabalenkas achillesferse

Doch Becker sieht das Problem weiter: „Sie ist emotional immer an der Grenze, manchmal darüber. Das ist eine ganz klare Schwäche.“ Die deutsche Tennis-Legende betonte, dass Sabalenkas Rückhand und Vorhand zwar von Weltklasse sind, ihre mentale Stärke jedoch fragil sei. „Diese Szenen wiederholen sich. Bei jedem Grand Slam hat sie so ein Match.“

Sabalenka selbst schien nach der Partie von einem tiefen psychischen Loch betroffen: „Ich bin mental in ein sehr, sehr tiefes, dunkles Loch gefallen.“ Ob ein sogenannter „Super-Coach“ – ein erfahrener Ex-Profi – die Lösung für ihre wiederkehrenden mentalen Blockaden sein könnte, bleibt abzuwarten. Kurzfristig soll ein „Rage Room“ helfen, die Frustration abzubauen – ein Ansatz, der zumindest für Gesprächsstoff sorgt.

Die Frage ist nicht, ob Sabalenka aus dieser Niederlage lernt, sondern ob sie die mentale Stärke besitzt, ihr volles Potenzial zu entfalten. Denn ohne eine grundlegende Veränderung in ihrem mentalen Ansatz wird es für sie schwer, in den kommenden Grand-Slam-Turnieren zu bestehen.