Milliarden-gezerre um die champions league: kleine klubs rebellieren gegen top-kartell
Die Champions League spuckt Milliarden aus – doch nur eine Handvoll Klubs kassiert richtig ab. In Sofia forderte der Europäische Ligenverband jetzt den Geld-Umbau. Der Vorwurf: Die UEFA verteilt 74 % ihrer 4,4 Milliarden Euro pro Saison an die Teilnehmer der Königsklasse. Folge: Serienmeister wie Bayern München füllen seit zehn Jahren fast eine Milliarde Euro ein, während etwa Union Berlin gerade mal 57 Millionen sieht.
Schäfer zeigt auf: „kluft wird unüberbrückbar“
Claudius Schäfer, Präsident der European Leagues, wettert gegen die „besorgniserregende Polarisierung“. Die großen vier Ligen behalten ihre vier festen Startplätze – ein Garant für weitere Ungleichheit. Kleine Klubs wie Bochum oder Darmstadt 98 schlossen sich deshalb der Union of European Clubs (UEC) an. Deren Forderung: 2 Milliarden Euro aus dem UEFA-Topf sollen künftig flächendeckend alle Profiklubs erreichen. Statt 74/17/9 % soll das Verhältnis 50/30/20 % heißen.
Die Reaktion der mächtigen European Football Clubs (EFC)? Abwarten. Das aktuelle Verteilmodell gilt bis 2027, und die Verhandlungsmasse liegt bei den Großen. Beleg: Paris Saint-Germann kassierte allein 2024/25 144 Millionen Euro Prämie – das Vielfache dessen, was ein Aufsteiger wie Heidenheim überhaupt je aus dem Europapokal mitnehmen könnte. Die UEFA verdoppelte seit 2008 ihre Einnahmen fast (869 Mio. → 4,4 Mrd. Euro), doch der Reichtum bleibt an der Spitze kleben.
Die Logik der EFC: Qualifikation muss sich lohnen. Die Logik der Rest-Liga: Ohne Umverteilung verlieren nationale Wettbewerbe ihre Spannung. Serienmeisterzeiten wie Bayerns elf Titel in Folge seien „kein Zufall“, sagt ein Liga-Insider, „sondern direkte Folge gesicherter TV-Millionen“. Die UEC will mit ihrem Modell genau diese Kettenreaktion stoppen.

Machtfrage entscheidet über zukunft des fußballs
Ein radikaler Umbau ist unrealistisch. Die EFC kontrolliert Startplätze, Modus und Geld – und die UEFA trifft keine Entscheidung ohne sie. Selbst die Aufstockung der Solidaritätszahlungen an Nicht-Teilnehmer stieß 2024 nur auf müdes Nicken. Nun tickt die Uhr: 2027 läuft das aktuelle Verteilungssystem aus, die heiße Verhandlungsphase beginnt. Doch mit jedem Milliarden-Jahr wächst die Macht jener, die sich bereits an der Spitze eingemietet haben.
Die Botschaft aus Sofia klang deutlich: Wer die Champions League reformieren will, muss zuerst das Geld neu verteilen. Solange die EFC das Heft in der Hand hält, bleibt das ein frommer Wunsch – und die Serie der Serienmeister wird nicht enden.
