Milan: teure verspätungen – ein scudetto ist günstiger!

Der AC Milan hat sich in der Serie A nicht nur sportlich, sondern auch finanziell einen Titel gesichert – und zwar den der teuersten Strafen für Verspätungen. Während die Mannschaft auf dem Platz glänzt, kostet das ständige Zuspätkommen zum Spielbeginn und in der Halbzeitpause bereits eine beträchtliche Summe.

Ein teures hobby: die strafen für den ac milan

Ein teures hobby: die strafen für den ac milan

Francesco Albanesi hat in einem Bericht für die Gazzetta dello Sport aufgedeckt, dass der AC Milan insgesamt 132.000 Euro für wiederholte Verspätungen in dieser Saison zahlen musste. Eine Summe, die sich schnell anhäuft, wenn man bedenkt, dass allein das Spiel gegen Neapel bereits eine Strafe von 25.000 Euro nach sich zog. Das Problem scheint tief verwurzelt zu sein, denn Milan ist nicht das einzige Team, das mit dieser Eigenheit zu kämpfen hat; Como liegt mit 21.000 Euro auf dem zweiten Platz der Strafenliste.

Maignan und Rabiot scheinen besonders häufig in Verzug zu geraten. Die Frage, die sich stellt: Handelt es sich hierbei um eine bewusste Taktik, um die Gegner zu verunsichern, oder schlichtweg um eine schlechte Angewohnheit? Max Allegri, der Trainer von Juventus, ist bekannt für seine Anweisungen zur Pünktlichkeit, was die Situation umso ironischer macht.

Die Analyse der Spielvorbereitung und Halbzeitpausen dauertet offenbar zu lange. Es ist ein Mix aus allem, vermutlich. Aber die Summe der Strafen ist beachtlich. Die Frage ist, wohin das Geld fließt. Es landet bei der Lega, die es für soziale Zwecke einsetzt. Anders bei den internen Strafen für verspätetes Erscheinen zum Training oder Regelverstößen – die werden für ein luxuriöses Abendessen im Hotel Gallia verwendet. Ein Festmahl für rund 70 Personen, darunter Spieler, Trainer und Mitarbeiter, finanziert aus den erlösten Strafgeldern. Ein teurer Spaß, der die Kasse des Vereins ordentlich belastet.

Es ist ein kuriöses Bild, wenn man bedenkt, dass die Roma in der Vergangenheit bereits den Schiedsrichter Colombo bat, die Spieler aufzufordern, sich zu beeilen. Ein amüsanter Austausch zwischen Maignan und dem Schiedsrichter verdeutlichte die Situation: „Mike, kommen Sie schon! Wir liegen im Rückstand“, rief Colombo, woraufhin Maignan antwortete: „Wir sind zu sechst.“. Ein kleiner Vorgeschmack auf die chronische Verspätung des Teams.

Obwohl die Verspätungen nur einen geringen Beitrag zum Gesamterfolg des Milan darstellen, zeigen sie doch ein gewisses Bild der Mannschaft: Selbstsicherheit, Gelassenheit und vielleicht ein wenig Arroganz. Max Allegri kann sich jedoch darauf verlassen, dass er mit der aktuellen Entwicklung bald einen teuren toskanischen Wein ohne großes Budget genießen kann. Vorausgesetzt, die Verspätungen setzen sich fort.