Milan im märz-rausch: allegri plant den angriff auf inter
Max Allegri zelebriert März wie andere Weihnachten. Für den Milan-Coach beginnt die heiße Phase heute gegen Cremonese, doch schon am Wochenende droht im Derby das große Zittern.
Warum der märz über allegri-träume entscheidet
Seit seiner Juve-Rückkehr schwankt Allegri in diesem Monat zwischen Extremen: 2022 drei Siege aus drei Spielen, 2024 nur zwei Zähler aus vier Partien. Die Statistik liefert das Muster, das den 57-Jährigen seit Jahren begleitet – entweder rauscht er durch oder rutscht ab. Milan landete mit 2:0 in Cremona, doch die wirkliche Messlatte folgt im Giuseppe Meazza. Dort wartet Inter mit zehn Punkten Vorsprung.
Die Frage lautet nicht, ob das Derby das Jahr beeinflusst, sondern wie stark der Schlag wird. Denn hinter Allegris Rücken schmilzt der Vorsprung auf Como – momentan neun Punkte, doch die Lombarben haben ein Spiel weniger. Ein Ausrutscher im Stadtduell und die Champions-League-Plätze rücken in Reichweite der Verfolger.

Was allegri stolz macht – und was ihn nervt
Im Kabinenflur herrscht Frieden. Keine Cliquen, keine Leaks, dafür ein Kollektiv, das sich in Cremona in Minute 89 noch umspringt, um den Sieg zu erzwingen. Die Defensive ist längst nicht mehr das Schlafmittel der Vorsaison: Milan kassierte in den letzten acht Ligaspielen nur fünf Gegentore, 2023 waren es in dem Zeitraum noch dreizehn.
Doch der Angriff zündet nur in Stakkato. 29 Tore nach 27 Spieltagen – das ist Niederlande-Liga-Niveau, nicht Scudetto-Niveau. Rafael Leão wirkt wie ein Ferrari mit Handbremse, nur dreimal traf er 2025. Allegri hätte im Winter einen zusätzlichen Innenverteidiger gelobt, bekam stattdessen Niclas Füllkrug. Der Deutsche liefert Arbeit, aber keine Torlawine.
Die Personalie, die Allegri selbst am meisten beschäftigt, ist Théo Hernandez. Der Franzose plant offenbar seinen Sommer-Abgang, die Vertragsverlängerung stockt. Für Allegri ein Déjà-vu: Erst verliert er Leão mental, dann den Linksverteidiger – beides Gift für eine Mannschaft, die auf Außen zünden will.

Prognose: april wird zur alles-oder-nichts-mission
Der Kalender schenkt Milan keine Pause: Nach dem Derby folgt Auswärts bei Lazio, dann Torino daheim. Allegris realistisches Ziel: acht Punkte aus diesen vier Spielen und maximal fünf Zähler Rückstand auf Inter bis zum Länderspiel-Hub. Denn danach warten Atalanta, Roma und ein Rückspiel in Florenz – keine Partie, in der Milan punkten darf, sondern eine, in der es muss.
Die Wahrscheinlichkeit, dass Milan die Kurve kriegt, liegt bei 58 Prozent – gemessen an der Punkteausbeute der Rückrunden seit 2020. Die Wahrscheinlichkeit, dass Allegri im Sommer die Wahltrikots einpackt, steigt mit jedem Patzer. Der März ist sein Joker, nicht mehr und nicht weniger. Nutzt er ihn nicht, wird der April zur Bühne für einen Abschied, der längst in der Luft hängt.
