Inter scheitert am comer see: kein einziger torschuss
Der beste Angriff der Serie A ist am Comer See auf Grund gelaufen. Inter Mailand verließ das Sinigaglia-Stadion ohne einen einzigen nennenswerten Torschuss – und das nach 89 Saisontoren in allen Wettbewerben. Zum ersten Mal in diesem Coppa-Italia-Turnier blieb die Mannschaft von Trainer Chivu blank. Das ist keine Randnotiz. Das ist eine Warnung.
Fàbregas baut eine mauer – und inter rennt dagegen
Was Cesc Fàbregas da taktisch auf den Rasen gestellt hat, verdient Respekt. Como agierte mit drei zentralen Mittelfeldspielern, die das gesamte Spielfeld abdeckten – vier Mann beim Spielaufbau, fünf in der Defensive. Ein System, das Inters sonst so leicht lesbares Aufbauspiel komplett einschnürte. Acerbi und Bastoni kamen auf jeweils über 115 Ballkontakte, weil sie versuchten, die Como-Pressingfalle mit Geduld zu umspielen. Vergebens. Sie stießen gegen eine Wand.
Nur 12 Ballkontakte im gegnerischen Strafraum – das ist die Zahl, die alles sagt. In der Serie A führt Inter diese Statistik mit 959 Strafraum-Kontakten unangefochten an. Am Dienstagabend wirkte dieselbe Mannschaft wie eine Kopie ihrer selbst.

Zehn wechsel, zwei verletzte stürmer, ein experiment das nicht aufging
Man muss fair sein: Chivu schickte eine weitgehend rotierte Elf auf den Platz. Gegenüber dem 2:0 gegen Genoa wurden zehn Spieler ausgetauscht – nur Carlos überstand die Rotation. Dazu fehlten beide etatmäßigen Stürmer: Bonny und Lautaro Martínez sind verletzt. Thuram wurde für das Derby geschont. Also spielte Diouf an der Seite von Esposito. Das Experiment scheiterte. Diouf wirkte orientierungslos, ohne klare Linie, ohne Bindung zum Spiel.
Der einzige Moment, der nach Gefahr aussah: ein Pfostenschuss von Darmian kurz nach der Pause – wobei er wohl eher eine Flanke versucht hat. Das war es.

Die dritte partie ohne tor – eine kleine serie, die niemand wollte
Es ist das dritte Mal in dieser Saison, dass Inter ohne Treffer bleibt. Zuvor passierte es gegen Milan in der Liga und gegen Liverpool in der ChampionsLeague. Keine schlechte Gesellschaft für torlose Abende – aber ein Muster, das man im Auge behalten sollte.
Im ersten Durchgang hatte Como sogar 60 Prozent Ballbesitz. Paz und Vojvoda hatten die klarsten Chancen des Spiels. Inter erholte sich in der zweiten Hälfte, aber die großen Möglichkeiten blieben aus.

Was chivu trotzdem mitnimmt
Der Trainer kann sich trösten. Dumfries spielte nur 30 Minuten, Calhanoglu 60. Kein Spieler verließ den Platz verletzt. Und das Rückspiel findet erst im April statt – genug Zeit, um die Aufgabe mit voller Kapelle anzugehen.
Am Sonntag wartet das Derby. Gewinnt Inter, zieht die Mannschaft auf +13 Punkte gegenüber Allegri davon – der Scudetto wäre dann so gut wie Mathematik. Am Comer See hat Chivu rotiert, geplant, kalkuliert. Die Rechnung geht auf – solange der Sonntag stimmt.
