Messi feiert mit 5 toren und rekord: "ich habe nie mehr erwartet"

Fünf Tore, ein Rekord und eine Umarmung mit Jürgen Klopp – Lionel Messi liefert im AT&T Stadium von Dallas eine Show, die selbst Football-Fans verstummen lässt. Der 39-jährige Argentinier schiebt sich mit 18 WM-Treffern an Miro Klose vorbei und gibt sich trotzdem fast bescheiden: „Ich bin happy und gesund – mehr braucht es nicht.“

Der tag, an dem dallas zweimal jubelte

Der erste Jubel galt den Cowboys beim Touchdown, der zweite Messi, nachdem er gegen Österreich zwei Mal einschob und dabei sein fünftes Tor des Turniers markierte. Dazwischen ein kurzer Moment für die Geschichte: Als er nach dem 3:1 jubelnd abhebt, rammt er versehentlich den argentinischen Reporter Joaquín Bruno. Lachend klatscht der Bordreporter ein High-Five zurück – das Bild geht um die Welt.

Unten in den Katakomben wird der Flur zur Modenschau. Kollegen lachen, Selfies fliegen durch die Luft. Messi wirkt nicht wie jemand, der morgen seine 39. Kerze auspustet, sondern wie ein Teenager, dem jemand einfach ein paar graue Strähnen eingefärbt hat.

Keine op, keine zwangspause – nur fußball

Keine op, keine zwangspause – nur fußball

Sein Geheimnis? „Gott sei Dank nie eine ernsthafte Verletzung, nie ein Messer“, sagt er und klopft sich demonstrativ auf die Knie. Die Schultern hat er frei, das Trikot hängt locker – alles wirkt wie bei einem 25-Jährigen, der eben einen Marathon gelaufen ist. Dazwischen ein Seitenhieb auf die Fitnessindustrie: „Mein Körper gibt irgendwann auf, aber bis dahin tanze ich.“

Die Frage nach einem zweiten WM-Titel beantwortet er mit einem Schulterzucken: „Das wäre schon gierig. Was ich habe, reicht.“ Stattdessen wünscht er sich Gesundheit für die Familie. Gerüchte, sein Vater Jorge sei aus dem Krankenhaus entlassen worden, bestätigt er nicht – ein kurzer Blick gen Himmel verrät aber alles.

Die schule schaut zu, messi liefert lehrstunde

Die schule schaut zu, messi liefert lehrstunde

Um 14 Uhr argentinischer Zeit sitzen tausende Kids vor Smartboards. Die Lehrer lassen das Spiel laufen, die Tore fliegen, und WhatsApp-Gruppen explodieren. „Wir schenken Freude“, sagt Messi, „und das reicht als Lohn.“

Das Turnier selbst nennt er „ein offener Kampf mit dicken Bizeps und noch dickeren Ego“. Er lobt Österreichs Körperlichkeit und räumt ein, dass das 2:1 hart erkämpft war. Beim verschossenen Elfmeter gestand er sich ein: „Ich hatte was anderes vor, dann machte der Ball was anderes.“

Zurück bleibt ein Bild: Ein 39-Jähriger, der die Uhr zurückdreht, Rekorde bricht und trotzdem sagt: „Ich spiele, weil ich’s liebe – nicht, weil ich muss.“ Dallas applaudierte, Argentinien feierte und der Rest der Welt schaute fassungslos zu. Der Countdown zum Achtelfinale läuft. Und Messi? Der läuft einfach weiter.