Koulibaly schießt nach senegal-pleiten nach innen: "keine ausreden"

East Rutherford – Der Regen peitschte auf das MetLife Stadium nieder, als Kalidou Koulibaly, Kapitän der Leões do Senegal, seine Enttäuschung sprach. Nach zwei Niederlagen bei der WM, gegen Niederland und Ecuador, schlug Koulibaly einen Ton an, der weit über sportliche Reflexion hinausging – es war eine Abrechnung mit sich selbst und dem eigenen Team.

Selbstkritik statt ausreden

Die Ausreden über logistische Probleme im Senegal-Lager wurden von Koulibaly mit einem Achselzucken abgetan. "Wir suchen keine Ausreden. Es gab Probleme, aber deswegen haben wir nicht verloren," erklärte er, bevor er sich sofort wieder auf das Wesentliche konzentrierte: die eigene Leistung. Die klare Botschaft: Bei einer Weltmeisterschaft zahlen Fehler teuer. Und er, Koulibaly, hatte sie begangen.

Der Innenverteidiger, der zuvor bei Napoli zum gefeierten Star avancierte, stand Rede und Antwort. Was ist schiefgelaufen? "Wir haben Fehler gemacht, ich vorweg. Das ist der Fußball, so ist er." Auch die Frage nach Erling Haaland, gegen den er in der Vergangenheit durchaus erfolgreich war, ließ er nicht unkommentiert: „Ich habe ihn schon öfter verteidigt, und es lief mir mal gut, mal schlecht. Heute war er einfach besser, ihm alles Gute für die Zukunft.“

Die Diskussion um den ausstehenden neuen Vertrag seines Trainers wurde von Koulibaly bewusst vermieden. "Ich spreche jetzt nur über Fußball," betonte er, ein klares Zeichen seiner Fokussierung auf das Hier und Jetzt. Auch die Erinnerung an die beeindruckende Leistung bei der Afrikameisterschaft schien in diesem Moment verblasst zu sein. „Dort sind wir geflogen, hier spielen wir keine Freundschaftsspiele. Hier ist die WM. Hier zahlt man für Fehler.“

Koulibaly, der von einer Verletzung zurückgekehrt war, wies jegliche Ausreden in Bezug auf seine Fitness zurück. „Das ist nicht mein Stil. Ich habe schlecht gespielt, so wie ich auch schon mal gut gespielt habe. So ist der Fußball.“ Die Unterstützung seiner Mitspieler, die ihm nach der Partie aufmunterten, schien ihm Kraft zu geben. „Sie haben mich hochgegangen, so wie ich das auch mit ihnen machen würde. Wir sind eine Familie.“

Die letzte chance gegen den irak

Die letzte chance gegen den irak

Die Hoffnung auf ein Wunder ist zwar geschrumpft, aber noch nicht gänzlich erloschen. "Natürlich können wir es schaffen. Sonst würden wir jetzt nicht hier stehen und alles geben," sagte Koulibaly mit Nachdruck. Das Spiel gegen den Irak wird zur Alles-oder-Nichts-Partie. Ein Sieg mit hoher Differenz ist erforderlich, um zumindest theoretische Chancen auf das Weiterkommen zu wahren. „Wir versuchen erst mal, zu gewinnen, dann machen wir die Rechnungen,“ so Koulibaly.

Obwohl die Niederlage gegen Norwegen bitter war, schien Koulibaly einen Hoffnungsschimmer zu erkennen: „Wenn wir noch fünf Minuten gespielt hätten, hätten wir vielleicht ausgeglichen. Aber das zählt nicht.“ Die Erinnerung an das starke Spiel gegen Frankreich, das jedoch torlos endete, wollte er ebenfalls nicht aufleben lassen. „Das zählt auch nicht. Nur die Siege zählen. Und wir haben zwei Niederlagen.“

Die Zuneigung der Fans in Neapel, die ihn weiterhin mit aufmunternden Botschaften überschütten, schätze Koulibaly sehr. „Ich möchte mich bei allen bedanken, die mich unterstützen und mir nahestehen. Und ich möchte mich entschuldigen, wenn ich nicht auf alle antworten kann. Ich bin auf das Turnier konzentriert, aber die Zuneigung aus Neapel begleitet mich überall hin.“

Die Leões do Senegal stehen vor einer Mammutaufgabe. Doch Koulibaly hat eines deutlich gemacht: Es wird keine Ausreden geben. Stattdessen wird gekämpft – bis zum bitteren Ende.