Mercedes weiter vorne, aston martin hofft auf 2027: fia-regel-update bringt keine wende

Die Formel 1 atmet auf – und bleibt trotzdem beim Alten. Nach der Zwangspause durch die Ausfälle von Bahrain und Saudi-Arabien veröffentlichte die FIA am Dienstag die überarbeitete Technik-Richtlinie für 2026. Drei Rennen und ein Sprint waren offenbar genug, um zu erkennen: Ohne Nachschärfen wird Aston Martin dieses Jahr nicht einmal Schatten werfen können.

Mercedes dominiert, honda hängt hinterher

Die Zahlen sind gnadenlos. Der AMR26 fehlen auf einer Runde über drei Sekunden, das Auto ist weder schnell noch zuverlässig. Der Plan: Mit einem neuen Motoren-Package im Sommer (Silverstone oder Spa) soll wenigstens die Hälfte der Probleme verschwinden. Die jüngsten Regel-Anpassungen helfen dabei – aber nur Honda, nicht unbedingt Aston Martin.

Die wichtigste Änderung: Die Energie-Rückgewinnung in der Qualifikation sinkt auf 7 Megajoule, die Ausgangsleistung auf 350 kW in den Beschleunigungszonen, sonst 250 kW. Genau das schneidet dem Honda RA626H die schärfsten Kanten ab. Das aggressive Energie-Management, das bisher die Japaner ruinierte, wird abgebremst – und rückt sie technisch näher an RBPT-Ford und Mercedes.

Toto wolff warnt vor falschen erwartungen

Toto wolff warnt vor falschen erwartungen

„Wer glaubt, mit dem ADUO-Update vom letzten Platz aufs Podest zu fahren, versteht diese Sportart nicht“, sagte Mercedes-Teamchef Toto Wolff unmissverständlich. Der Österreicher sitzt im FIA-Technik-Ausschuss mit und wählt seine Worte bewusst scharf. „Die Maßnahme zielt auf Power-Unit-Defizite, nicht auf Chassis-Wunder.“

Damit dämpft er jene Stimmen, die nach den Tests in Barcelona eine Aston-Martin-Renaissance herbeireden wollten. Die Realität: Selbst mit dem B-Auto im Juli bleibt das Team hinter Mercedes, Ferrari und Red Bull. Alonso selbst kalkuliert offen mit „zehn Rennen, bis wir erkennen können, ob der Grundstein stimmt“. Bis dahin sind bereits 18 von 24 Saisonläufen absolviert.

2027 Bleibt das echte ziel

2027 Bleibt das echte ziel

Langjährige Beobachter wie Martin Brundle sehen keine Schnell-Lösung. „Der Show ist fürchterlich und wird es bis 2027 bleiben“, urteilte der Sky-Experkt. Die Budget-Obergrenze lasse keine radikalen Neuentwicklungen zu, das Kalender-Monster verhindere ausgiebige Testkilometer. „Die Ingenieure brauchen Luft, nicht nur Geld“, so Brundle.

Karun Chandhok ergänzt: „Aston braucht Spezialisten in Sakura, nicht nur Upgrades in Silverstone.“ Die Kombination aus verkappter FIA-Hilfe, Honda-Nachbesserung und engem Korsett der Finanzregel macht 2026 zum Übergangsjahr. Für Alonso und Stroll heißt es: Kröten schlucken, Kilometer sammeln, 2027 neu angreifen. Die Hoffnung stirbt zuletzt – aber sie kostet Zeit, die die Königsklasse nicht hat.