Melvin nyffeler: 500 spiele, ein herzschlag aus jona
Der Puck schlägt ein, das Eis vibriert – und Melvin Nyffeler steht wieder zwischen den Pfosten. 500 Mal schon für die SC Rapperswil-Jona Lakers. Keine Statistik, sondern eine Liebesgeschichte, die er selbst erzählt: „Ich merkte gar nicht, dass die Marke fällt, bis Stefan Bürer mich darauf ansprach.“
Der underdog mit sieger-dns
Papier ist geduldig, sagt er. Auf dem steht Rang sieben. „Aber wer uns unterschätzt, hat die Play-ins noch nicht verstanden.“ Nach der Olympia-Pause holte das Team fünf Siege aus sechs Partien. Das Powerplay funktioniert, die Box sauber. „Wir haben das Glück erzwungen“, so der 34-Jährige, „und unsere Strafen sind weniger laut, dafür effizienter.“
Der EV Zug wartet. Zweimal gewannen die Lakers bereits in der Zuger Scheune. „Das gibt Selbstvertrauen, aber kein Freifahrtschein.“ Er erwartet „enge Spiele bis zur letzten Sekunde“, denn die Zuger Individualqualität „passt nicht auf Platz fünf“. Seine eigene Vorbereitung bleibt hingegen ein Ritual: „Ich variiere nichts. Der Puck will gestoppt, nicht gefüttert werden.“

Nico dünners geist und ein duo im kasten
Der Ausfall von Top-Center Nico Dünner schmerzt. „Er ist unser Leader, seine Linie eröffnete fast jedes Spiel.“ Doch die Kabine trägt dessen Stimme weiter. „Wir können ihn nicht ersetzen, aber wir können kollektiv größer werden.“ Das haben sie in der Vergangenheit bewiesen, wenn Import-Regeln zuschnitten.
Zwischen den Pfosten teilt sich die Last. Mit Ivars Punnenovs rotiert Nyffeler. „Wir pushen uns, wir sind Freunde, keine Konkurrenten.“ Was er sich abschaut? „Sein Stickhandling. Der Kerl spielt den Puck wie ein dritter Verteidiger.“

Rosenstadt als lebensplan
Vertrag bis 2028, Kinder, die Rapperswiler Dialekt sprechen, eine Frau aus Zürich, die nie mehr wegziehen will. „Wir haben uns aktiv für Jona entschieden. Der Zürichsee vor der Haustür, die Fans im Nacken – das ist kein Klub, das ist Zuhause.“
Ein Karriereende anderswo? „Nicht mal im Ansatz.“ Er lacht, dann wird es still. „Ich will noch einmal 500 Spiele hier absolvieren. Und wenn ich dann aufs Eis blicke, soll der Puck immer noch auf meinen Fanghandschlag warten.“
