Meloni verweigert frauenquoten: „der staat soll schiedsrichter sein, nicht teammanager“

Rom. Kein Wahlzuckerl, kein Gerechtigkeitskitsch. Giorgia Meloni schmettert den Vorstoss nach staatlich verordneter Frauenquote mit einer Sport-Metapher ab, die sitzt: „Der Staat muss sicherstellen, dass das Spiel nicht gepanscht ist, aber er darf nicht am Taktbrett bestimmen, wie viele Spielerinnen auf dem Feld stehen.“

Die premier schlägt den ball ins feld der athletinnen

Die premier schlägt den ball ins feld der athletinnen

Die Premierministerin sprach am Montag vor 400 Gästen in der Accademia della Scherma, wo Italien 80 Jahre Frauenstimmrecht feiert. Statt Quotenforderungen lobte sie Francesca Lollobrigida, Doppel-Olympiasiegerin im Eisschnelllauf, die live von den bevorstehenden Weltmeisterschaften in Norwegen zugeschaltet war. Lollobrigida, 32, schwang sich zum emotionalen Höhepunkt auf: „Ich hatte den Mut, Mutter und Athletin zu sein. Das hatte in meinem Sport noch niemand gewagt.“

Der Applaus brandete, als sie anhängte: „Nach den WM-Starts will ich die Familie erweitern – und danach vielleicht wieder voll angreifen.“ Für Sportminister Andrea Abodi ein Signal. Er kündigte an, das Projekt „Donne al timone“ auszuweiten, damit mehr Frauen Präsidentinnen von Fachverbänden werden. Statistik des Ministeriums: momentan nur eine einzige unter 51 olympischen Dachverbänden.

Meloni indes bleibt hart. Sie will Chancengleichheit durch bessere Infrastruktur, nicht durch Quotenzwang. Die Botschaft: Wer brav wartet, bekommt keinen Startplatz geschenkt – aber die Piste wird gerade gemacht. Das ist kein Geschenk, sondern eine Kampfansage an die Bequemen.